Der Bundestag hat den Weg für den Einsatz der Awacs-Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan freigemacht. Die US-Regierung will dort eine Wende erzwingen - und fordert auch von Deutschland mehr Einsatz.
Es war ein hochrangiger Vertreter der neuen amerikanischen Regierung, der dieser Tage gestand: "Wir hatten in Afghanistan viel zu lange die falsche Strategie." Mittlerweile sind die Amerikaner auf den Kurs vieler europäischer Verbündeter, allen voran Deutschland, eingeschwenkt.
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Trauerfeier für die drei in Afghanistan gefallenen Soldaten. Im Bundestag versicherte Kanzlerin Merkel, das zivile deutsche Engagement am Hindukusch sei "ohne vernünftige Alternative". (© Foto: AP)
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Dem zivilen Aufbau wird Vorrang eingeräumt, bei Militäroperationen sollen Opfer unter der Zivilbevölkerung tunlichst vermieden werden, und die Anstrengungen für den Aufbau von nationaler Armee und Polizei sollen deutlich verstärkt werden. Die Afghanen sollen in möglichst naher Zukunft in der Lage sein, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen, und so den Weg für den Abzug der ausländischen Truppen ebnen.
Doch bevor es besser werden kann in Afghanistan, dürfte es erst einmal schlimmer werden. Die am Donnerstag begonnene Offensive der Amerikaner bedeutet mehr Kämpfe und mehr Tote.
US-Präsident Barack Obama forciert das Tempo. 17.000 amerikanische Soldaten und mehrere hundert zivile Experten zusätzlich schickt er an den Hindukusch. "Wir müssen in den kommenden 12 bis 18 Monaten die Wende in Afghanistan erreichen", erläuterten diese Woche US-Generalstabschef Michael Mullen und der neue Nato-Botschafter Ivo Daalder die Vorgaben ihres Präsidenten.
Und Daalder, zu Besuch in Berlin, machte unmissverständlich klar, dass die Amerikaner dies nicht als ihre alleinige Aufgabe betrachten. Mehr Truppen, mehr Militärausbilder, mehr zivile Helfer und mehr Geld seien nötig, sagte Daalder. In den nächsten Wochen, so heißt es in Kreisen der US-Regierung, wollen die Amerikaner präzise definieren, was benötigt wird, und die Verbündeten mit ihren Erwartungen konfrontieren.
Die erste Forderung ist schon formuliert. Die Soldaten, welche die Nato-Staaten derzeit zusätzlich zur Absicherung der Präsidentenwahl im August nach Afghanistan schicken, sollen über den Wahltag hinaus bleiben. Hatten wir ohnehin geplant, gibt man sich im Berliner Verteidigungsministerium gelassen. Von den 600 für die Wahlunterstützung vorgesehenen Soldaten sollen 400 in jedem Fall bleiben, zur Verstärkung der Schnellen Eingreiftruppe oder als zusätzliche Ausbilder für die afghanische Armee.
Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte am Donnerstag im Bundestag, der Nato-Einsatz in Afghanistan und das zivile deutsche Engagement seien "ohne vernünftige Alternative". Die Kanzlerin würdigte die vorige Woche gefallenen drei Soldaten, für die am Donnerstag an ihrem Heimatstandort Bad Salzungen eine Trauerfeier stattfand. Die internationale Staatengemeinschaft stehe in Afghanistan "weiterhin vor großen, vor schwierigen und vor gefährlichen Herausforderungen". Aber "wir werden vor dieser Aufgabe nicht weglaufen, sondern wir werden sie Schritt für Schritt erfüllen".
Schritt für Schritt tiefer hinein in die Verstrickung am Hindukusch - das ist genau das, was die Skeptiker befürchten. Erst am Donnerstag billigte der Bundestag die deutsche Beteiligung am Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen der Nato. Offiziell dienen sie nur dazu, den stark angewachsenen Luftverkehr zu steuern, weil es in Afghanistan keine funktionierende Bodenkontrolle gibt. Aber natürlich werden die Awacs-Besatzungen auch die militärischen Flüge koordinieren, indirekt also sehr wohl zur Kriegführung beitragen. Möglicherweise führt dies allerdings auch dazu, dass Luftschläge gezielter und weniger verlustreich für die Zivilbevölkerung ausgeführt werden.
Unverkennbar ist, dass sich die Bundeswehr im Norden verstärkt auf Gefechte einlässt. Derzeit überarbeitet das Verteidigungsministerium die Regeln für den Einsatz von Schusswaffen, um der wachsenden Zahl von Angriffen auf die deutschen Soldaten zu begegnen. Und im Bundestag wird sogar über den Einsatz von Panzern, schwerer Artillerie und Kampfhubschraubern schwadroniert.
Unabhängig von all dem muss sich die Bundesregierung auf weitere finanzielle Forderungen der Amerikaner einstellen. Um den Ausbau der afghanischen Armee auf die geplanten 134.000 Mann zu finanzieren, wurde ein Fonds eingerichtet. "Die Deutschen zahlen 50 Millionen Euro in den Fonds", sagte Nato-Botschafter Daalder in Berlin. "Das ist wunderbar. Aber wir brauchen zwei Milliarden Dollar - jährlich."
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 03.07.2009/dmo)
Russland unter Putin
....denn wo sind für die Gegner des Afghanistan Einsatzes die Alternativen ?
Wenn man heute morgen im Morgen Magazin diesen Grünen ( nicht Ströbele ) gesehen hat mit welcher Inbrust der den AWACS Einsatz als zivile Mission bezeichnet hat, da kann man sich ja nur noch ans Hirn langen vor lauter Verzweifelung.
Und die Anderen scheiden ja sowieso aus und das sind mir die Lebendigen, deutschen Soldaten wert !
Und was die Wirtschaft und Sonstiges anbetrifft, da können ja auch die Linken es schlechter nicht machen als die jetzige Regierung.
Zumindest einen Versuch wäre es wert !
das ist krieg von wegen aufbauarbeit laut lissabonnvertrag wird die bundeswehr angriffsarmee die kanzlerin sollte den famielien der getöteten soldaten persöhnlich ihr beileid was sie ja offensichtlich nicht hat aussprechen wählt die linken dann hat der spuk bald ein ende und wir haben keine toten soldaten mehr im ausland wo wir nicht hingehören
Zitat: "Und für die aktive Beihilfe zur luftgestützten Koordination aktiver Kampfhandlungen am Hindukush gibt sich das Parlament erneut her?"
Ich ärgere mich darüber, dass wir, auch mittels der EU in Zunkunft, wieder den grossen Larry mit Soldaten im Ausland markieren müssen. Was mich aber entsetzt ist die Verlogenheit der cdU/csU und sPD-Mafia (mit den Grünen hinterherhechelnd), die das parlamentarisch absegnen und GLEICHZEITIG uns die Lügen auftischen, dass wir dort den zivilen Aufbau vorantreiben.
Vor einem Jahr besuchte sPD-Steinmeier Afghanistan (Herat & Kabul) und weihte dort sechs Jahre alte Objekte ein (die bereits zweimal vorher "eingeweiht" wurden), eben weil da überhaupt nichts mehr an Aufbau passiert. Die Bw ist zum "Aussitzen" (Merkels Haupttätigkeit im Kanzleramt) der Mörserattaken verurteilt, weil Merkel et al. sagen möchten, dass "auch wir" unseren Teil in der NATO leisten.
Wer noch immer an den Aufbau Afghanistans glaubt, der schaue sich mal das an:w*w*w3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/zapp620.html
Man findet den Bericht auch unter dem Google: "Ernüchternd - Journalisten fallen auf Steinmeiers PR herein".
Das ist der eigentliche Skandal: die schamlose Verarsche der Deutschen durch ihre Volksvertreter!
Die Bundeswehr bietet ein ideales Angriffsziel. Sie hat keine Chance, Treibsand zu stablisieren, versucht es aber. Noch größerer Unfug als Vietnam...
http://ethischer-realismus-workgroup.blog.de/2009/07/03/sumpf-afghanistan-teil-6440651/
Unsere schweizer Nachbarn hätten legitim per Volksentscheid eine Beteiligung am Krieg verhindern können... Sowas brauchen wir auch!
Dann würden wir unsere Soldaten heim holen. Alle. Sofort.
Paging