Der Bundestag wird den Einsatz in Afghanistan verlängern, ohne die Diskussion im Land aufzugreifen. Obamas Rede war hingegen ein finaler Fahnenappell.
Kann man einen Krieg gewinnen, indem man immer mehr Soldaten in ein Land schickt? Die Geschichte gibt unterschiedliche Antworten auf die Frage. Amerika hat den Zweiten Weltkrieg gewonnen, nicht zuletzt dank seiner Übermacht an Soldaten und Waffen. Amerika hat Vietnam verloren, trotz seiner Überlegenheit. Und im Irak zeichnet sich ab, dass die Strategie aufgeht. Eine starke Truppenerhöhung gepaart mit der Festlegung auf einen Abzugstermin hat dort so viel Druck entfaltet, dass die Aufstandsbewegung eingedämmt wurde, und die irakische Regierung ihre Verantwortung übernimmt.
Bild vergrößern
Barack Obama entsendet mehr Soldaten nach Afghanistan - und will einen Truppenabzug von 2011 an. (© Foto: dpa)
Anzeige
Die Lehre heißt also: Soldaten alleine entscheiden nicht über den Ausgang eines Krieges. Und deswegen hat Barack Obama in seiner viel zu lange hinausgezögerten Afghanistan-Rede nicht nur über Truppenstärken gesprochen, auch wenn die Zahl von 30.000 zusätzlichen Soldaten seit Wochen die Phantasie beflügelt. Obama hat vor allem von den Umständen gesprochen, die den Krieg zu einem Erfolg oder Misserfolg machen werden: die Bereitschaft der afghanischen Regierung zur Zusammenarbeit, die Drogenbekämpfung, die Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten.
Nur weg von Afghanistan
Ganz am Ende aber steht die Erkenntnis, dass eine politisch und ideologisch motivierte Aufstandsbewegung militärisch nicht zu schlagen ist. Afghanistan kann also nur politisch befriedet werden. Auch hier haben die USA und ihre 42 truppenstellenden Koalitionäre hinreichend Erfahrung gesammelt. Man kennt die afghanischen Stammesstrukturen, die Begehrlichkeiten, die Fehden. Man weiß, dass Korruption und Loyalität eng verwoben sind, dass die Vorstellung von einer westlichen Gesellschafts- und Politikordnung in diesem islamischen traditionsbeladenen Land nicht aufgeht.
Obama interessiert aber nur zum Teil die x-te Feinausrichtung einer Strategie, die den 100.000 Soldaten aus fremden Ländern einen schnellstmöglichen Abzug und den Afghanen ein weitgehend friedliches Leben garantieren soll. Hinter seiner Rede stand ein zweites Motiv.
Es geht Obama um seine politische Zukunft. Viel offener als seine europäischen Bundesgenossen hat er klargemacht: Ich habe verstanden, mein Wahlvolk möchte sich nicht mehr um Afghanistan sorgen, Amerika will nur weg von dort. Das ist in etwa auch die Stimmung in Deutschland, allerdings wird sie nicht aufgenommen von der Bundesregierung, die wieder einmal eine Mandats-Verlängerung beschließen will, ohne sich über den Mangel an öffentlicher Unterstützung für den Einsatz hinreichend den Kopf zerbrochen zu haben.
Obamas Antwort auf die Kriegsmüdigkeit liegt in einer Jahreszahl: 2011. Im Juli 2011 will der Präsident die ersten Truppen abziehen. Wohlgemerkt: die ersten. Afghanistan wird noch lange darüber hinaus Hilfe benötigen. Wer außerdem die sehr schlüssigen Aussagen Obamas über den Kriegsgegner nachliest, der wird kaum glauben können, dass ein so gewiefter Kontrahent wie die Taliban bis zu diesem Datum besiegt sein wird.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Debatte um Afghanistan-Einsatz "Die Deutschen müssen selbst entscheiden" 03.12.2009
- Obamas neue Afghanistan-Strategie Vietnam am Hindukusch 02.12.2009
- Reaktion auf US-Strategie Taliban wollen Widerstand verstärken 02.12.2009
- Obamas neue Afghanistan-Strategie Viel Applaus, vage Zusagen 02.12.2009
- US-Einsatz in Afghanistan Obama - Krieger wider Willen 02.12.2009
Um es ganz klar zu sagen:ich bin kein Militarist!
Aber wir müssen nun mal von einer IST-Situation ausgehen und nicht von einer besseren, vielleicht möglichen Situation. Dass alle Hilfsorg. die militärische Sicherung ablehnen, kann ich mir nicht vorstellen. Was passiert denn Ihrer Meinung nach, wenn alle Truppen in AFG abgezogen werden? Glauben Sie, dass dann eine Befriedung und eine allgemeine Verbesserung der Lebensumstände der Masse der Bev. eintreten würde?
Ich bin KEIN Hellseher, aber vorstellen kann ich mir das nicht!
@Israel/Iran - Konflikt: Glauben Sie wirklich, dass Obama oder irgendeine halbwegs vernünftige politische Gruppe in USA an einer Verschärfung der Situation interessiert sein kann? Die USA wissen bereits, dass sie absteigen werden! Der US-Dollar ist schon schwach und er wird noch schwächer werden.China und Indien werden mittel- bis langfristig die USA politisch und wirtschaftlich überflügeln - daran zweifelt kein US-Politiker, egal ob Taube oder Falke!
Die USA wissen auch, dass sie unilateral nichts mehr bewirken können - der letzte, der das meinte(George Double Null) ist grandios gescheitert.
Der Irankonflikt, aber auch das Pakistanproblem, kann nur multilateral angegangen und ein Lösung auf breitester Ebene(UN) angestrebt werden - für mich völlig alternativlos!
Die USA haben ihre Lektion gelernt und werden entsprechend handeln (müssen)!
Ihre Vision ist makaber. Dennoch liegt die Wahrscheilichkeit nahe, dass die letzten verunglückten Militärinterventionen der USA in eine solche von Israel ausgelöste Katastrophe führen. Die USA-Mächtigen werden dankbar zugreifen. Die globale Militärmacht kann auf diese Weise ihr Selbstbewußtsein ein wenig verlängern. Dieses Selbstbewußtsein besteht in der Fähigkeit alles aber auch alles aus der Luft zu zertrümmern. Inzwischen ist aber auch dem Letzten klar, dass diese Macht am Boden keine Entsprechung findet. Der Widerstand der Überfallenen wäre auch dann nicht zu brechen, wenn die 300 Millionen USA-Bürger auf diesem Erdball verteilt würden. 150 Millionen von ihnen haben von "ihren Siegen" als Weltpolizist nämlich auch schon genug.
Sie sollten sich KUNDIG machen, DENN
verschiedene in AFG seit Jahren sehr erfolgreich tätige Hilfswerke haben
den Abzug aller fremden Truppen
mehrfach gefordert!
DAS ist die einzig EHRLICHE, die einzig PRAKTIKABLE, die einzig moralisch akzeptable Alternative!
Selbstverständlich müssten die friedlich und erfolgreich tätigen Hilfwerke mit einem -kleinen- Teil der durch den Trupppenabzug eingesparten Milliarden unterstützt werden.
ABER dann könnten ja die potentiellen Kriegsgewinnler nichts mehr am AFG-Krieg verdienen!
Also wird nichts aus dem Abzug; das Kriegs-Verbrechen in AFG geht weiter!
Ich halte den AFG-Krieg NICHT für "peinlich", sondern, ebenso wie den Überfall auf den IRAK, für ein VERBRECHEN!
Und zwar, weil die Begründung dafür auf einer, der vermutlich schlimmsten LÜGEN-Geschichte der letzten 100 Jahre beruht!
Denn eines war von Beginn an sonnenklar: Afghanen hatten damit rein garnichts zu tun!
Deshalb ist der Überfall auf dieses bettelarme Land und seine noch ärmere Bevölkerung ein Verbrechen. Und alle Länder, die sich daran beteiligen, auch Deutschland, beteiligen sich an einem, längst offenkundigen VERBRECHEN!
Und wer wie so ziemlich alle westlichen Regierungen und die Medien noch immer mit einer, von dem Duo-Bush-Gheney ergaunerten UNO-Resolution argumentiert, um den AFG-Krieg zu rechtfertigen, der beteiligt sich, bewusst oder noch immer unbewusst, an der grössten Verdummungskampagne, die jemals losgetreten wurde!
In einem Punkt will ich Ihnnen aber gerne zustimmen:
Wir steuern unaufhaltsam auf einen 3. Weltkrieg zu!
Vermutlich ausgelöst durch den israelischen Angriff auf bestimmte Anlagen im IRAN!
Sowohl der "industrielle Komplex" der USA als auch die Wall Street werden die Riesen-Chance,
- sich auch daran zu bereichern,
- den US-Dollar vom endgültigen Absturz zu bewahren und
- den ansonsten fälligen "Offenbahrungseid" der USA zu verhindern,
gewiss nicht entgehen lassen!
Natürlich können wir die Menschen in Afghanistan nicht Ihrem Schicksal überlassen! Nur andererseits glaube ich auch nicht, dass man die "Demokratie" die unsereiner kennt überstreifen sollte! Alternativen zu fnden dürfte schwierig werden, wenn nämlich einer die Lösung wirklich hätte, hätte er sich mit Sicherheit zu Wort gemeldet!
Paging