Deutliche Worte im US-Wahlkampf: Barack Obama, derzeit führender Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, verlangt von den Europäern deutlich mehr Einsatz in Afghanistan. Wie bisher könne es nicht weitergehen.

Der führende US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Barack Obama, hat von den Europäern deutlich mehr Einsatz in Afghanistan gefordert. "Ich habe sehr klar gesagt, dass wir von ihnen mehr Unterstützung brauchen", sagte er am Donnerstag.

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Barack Obama am 28. Februar 2008 in Fort Worth, Texas. (© Foto: Reuters)

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"Wir müssen vielleicht einige der Beschränkungen aufheben, die sie ihren Truppen dort auferlegt haben." Die Situation sei untragbar, wo "von den USA und Großbritannien verlangt wird, die Drecksarbeit zu machen, und niemand sonst sich tatsächlich Feuergefechte mit den Taliban liefern will".

Namen von einzelnen Staaten nannte er nicht. Die Hauptlast der Kämpfe in Afghanistan wird von den angelsächsischen Staaten sowie den Niederlanden getragen. Deutschland, Italien und Spanien beschränken ihre Truppeneinsätze auf die vergleichsweise ruhigen Teile des Landes. Die Bundesregierung hat wiederholt einen Einsatz der Bundeswehr im umkämpften Süden des Landes abgelehnt.

Unterdessen wurde bekannt, dass die USA Tausende zusätzliche Soldaten als Polizei- und Armeeausbilder nach Afghanistan schicken wollen. Derzeit gebe es dort 3000 Ausbilder zu wenig, sagte US-Generalstabschef Michael Mullen am Donnerstag in Washington vor Journalisten. Die Soldaten sollen "so schnell wie möglich" nach Afghanistan entsandt werden.

Die Ausbildermission in Afghanistan habe oberste Priorität, sagte Mullen. Das Pentagon plane, für den Einsatz Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Die USA hatten im vergangenen Jahr rund 30.000 zusätzliche Soldaten in den Irak geschickt, um das umkämpfte Land zu stabilisieren. Nach der Verbesserung der Sicherheitslage zieht Washington nun schrittweise Truppen wieder ab.

Der US-Kommandeur für den Nahen Osten, William Fallon, sagte in einem am Donnerstag in der New York Times veröffentlichten Interview, von den Irak-Truppen sollten "einige tausend Ausbilder" für die afghanische Armee und Polizei bereitgestellt werden. Derzeit sind in Afghanistan 26.000 US-Soldaten im Einsatz, die den Anti-Terror-Einsatz "Enduring Freedom" (OEF) anführen und zusammen mit der multinationalen Schutztruppe Isaf gegen die aufständischen Taliban kämpfen.

Spendenrekorde im US-Wahlkampf

Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten sind Hillary Clinton und Barack Obama derweil bei der Finanzierung ihrer Wahlkampagnen auf der Jagd nach immer neuen Rekorden. Im Februar habe die frühere First Lady 35 Millionen Dollar an Spendengeldern gesammelt, gab der Leiter ihres Wahlkampfteams, Terry McAuliffe, am Donnerstag bekannt.

Damit übertraf sie den bisherigen Höchststand von 32 Millionen Dollar, die ihr Kontrahent Obama im Januar für seine Kampagne verbucht hatte. Einer seiner Sprecher teilte jedoch mit, dass der Senator aus Illinois im Februar weit mehr Spenden eingenommen habe als Clinton - eine genaue Summe nannte er allerdings nicht.

Vor den möglicherweise entscheidenden Vorwahlen in Ohio und Texas liegt Obama bei den Ausgaben klar vorn. Er investierte 7,5 Millionen Dollar in Wahlwerbespots in den beiden Staaten, Clinton nur 4,6 Millionen Dollar.

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(Reuters/AFP/AP/ihe/schä)