Gefechte, Raketen, Einschüchterungsversuche: Die afghanische Präsidentschaftswahl wurde von Gewalt überschattet - es gab mehr als 50 Tote. Präsident Karsai hofft trotzdem auf eine hohe Wahlbeteiligung.
Zahlreiche Zwischenfälle haben die Präsidentschaftswahl in Afghanistan überschattet. Nach Angaben von Innen- und Verteidgungsministerium kamen mehr als 50 Menschen ums Leben. Innenminister Mohammad Hanif Atmar sagte, neun Polizisten und neun Zivilisten seien bei gewaltsamen Zwischenfällen ums Leben gekommen. 14 Polizisten und 13 Unbeteiligte seien verletzt worden.
Einsatz in Afghanistan: Bundeswehrsoldat auf Patrouillenfahrt (Archivbild) (© Foto: ddp)
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Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sagte, darüber hinaus seien acht Soldaten getötet und 25 weitere verwundet worden. Vier Selbstmordattentäter hätten sich in die Luft gesprengt. Nach Angaben eines Polizeisprechers kamen zudem 21 Taliban-Kämpfer sowie ein Distrikt-Polizeichef ums Leben.
Verteidigungsminister Wardak sagte, man habe am Wahltag 135 Angriffe verzeichnet - Präsident Karsai hatte indes von 73 Angriffen und Anschlägen gesprochen.
Vor allem im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr war es am Tag zu massiven Gefechten gekommen.
Der Polizeisprecher in der Provinz Baghlan, Jawid Bascharat, sagte, bei einem Angriff der Taliban im Distrikt Baghlan Dschadeed seien 21 Aufständische getötet und 22 weitere verwundet worden. Der Distrikt-Polizeichef sei ums Leben gekommen. Zwei weitere Polizisten wurden den Angaben zufolge verletzt. Inzwischen seien die Gefechte beendet.
Bundeswehr: Keine Deutschen Soldaten involviert
Bascharat erklärte der dpa, auch deutsche Soldaten seien an den Kämpfen beteiligt gewesen. Gemeinsam mit ungarischen Truppen hätten sie afghanische Sicherheitskräfte unterstützt.
Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin konnte die Beteiligung der Bundeswehr nicht bestätigen. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sagte sueddeutsche.de, es habe "Kampfhandlungen" gegeben - allerdings seien keine deutschen Soldaten involviert gewesen.
Zuvor hieß es, dass Aufständische Raketen auf die nordafghanische Stadt Kundus abgeschossen hätten, an deren Rand die Bundeswehr ein Feldlager hat.
Insgesamt seien am Wahltag sechs Raketen in der Stadt detoniert, sagte der Sprecher des Provinz-Gouverneurs, Mahboobullah Sayedi. Fünf Menschen seien verletzt worden. Eine Rakete habe ein Wahllokal getroffen. Die dpa berichtete von einem verletzten Kind.
Wahlbeteiligung regional verschieden hoch
Die Detonation habe Fenster in dem Gebäude zum Bersten gebracht und die Außenwand der Schule beschädigt. Weiterhin hätten Wähler dort aber ihre Stimme abgegeben, hieß es. Die Bundeswehr unterstützt die afghanischen Sicherheitskräfte in der Region beim Schutz der Wahl.
Trotz der zahlreichen tödlichen Zwischenfälle zog Karsai eine positive Bilanz: Die Abstimmung sei ein Erfolg gewesen, sagte er. "Die Afghanen haben Raketen, Bomben und Einschüchterungen getrotzt und sind wählen gegangen", sagte Karsai, der als Favorit in die Abstimmung ging. "Das ist großartig."
Die Wahl sollte ursprünglich um 13.30 Uhr (MESZ) enden. Wegen des großen Andrangs blieben die Stimmlokale jedoch eine Stunde länger offen. Kurz danach begann nach Angaben der Wahlkommission in 30 der 34 Provinzen die Auszählung der Stimmen.
"Gott sei Dank wagen sich die Menschen im ganzen Land mutig auf die Straße und wählen mit viel Enthusiasmus", sagte Kommissionschef Asisullah Ludin in Kabul. Im Land waren etwa 200.000 afghanische sowie 100.000 ausländische Sicherheitskräfte im Einsatz, um die Abstimmung zu schützen.
Über die Wahlbeteiligung gibt es unterschiedliche Angaben. Vor den Wahllokalen im Norden, in Kabul und auch im Osten hätten sich Schlangen von Wählern gebildet, erklärte ein Sprecher der Botschaft der Vereinten Nation (UN) in Kabul.
Anders im Süden: In Kandahar, sagte ein Regierungsbeamter, sei die Beteiligung etwa 40 Prozent geringer gewesen als bei der ersten direkten Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes vor fünf Jahren. Kandahar gilt als Wiege der islamisch-fundamentalistischen Taliban-Miliz.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/odg/mati)
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@Ankur: Sie können die Taliban oder andere einmarschierende Kasper mit AK47 sicher überzeugen, dass Sie nur Ihre Ruhe haben wollen und auf solche Phallussymbole gar nicht stehen.
^^
Hehe sie bekommen auch ein Bier oder eine Milch.
@|337 20.08.2009 17:16:16 : Schön das sie das in die Hand nehme dann brauch ich ja nichts mehr dazu zu schreiben. Wären sie hier ich würde ihnen ein Bier ausgeben. Prost auf den Afgahnischen Freiden der irgendwan schon kommen wird.
Die Taliban waren jahrelang gute Freunde der USA, solange die Verhandlungen wegen der Pipeline mit dem Unocal-Konzern liefen. Vertreter der Taliban waren gerngesehene Gäste der Ölindustrie in Texas. Der nach dem Einmarsch von den Amerikanern eingesetzte Präsident Afghanistans Hamid Karzai war Berater dieser Firma. Als dann die Taliban die unverschämten Bedingungen der Amerikaner nicht akzeptierten und mehr Geld für die Durchleitung der Pipeline vom Kaspischen Meer nach Pakistan forderten, von China und anderen eine bessere Offerte bekamen, wurden sie mit der Aussage bedroht: entweder akzeptiert ihr unser Angebot, oder ihr werdet mit Bomben von der Macht entfernt! Das ist der wirkliche Grund für den Krieg in Afghanistan. Das die Taliban eine Bedrohung für Amerika darstellen ist doch ein Märchen, höchstens eine Bedrohung für das Monopol über die weltweiten Energieressourcen.
Quelle: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/
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