Truppen des afghanischen Milizenchefs General Abdul Raschid Dostum haben am Donnerstag die Hauptstadt der nordafghanischen Provinz Farjab erobert. Dabei sind offenbar mindestens vier Menschen getötet sowie 15 Menschen verletzt worden.

Dostums Truppen seien in Meimaneh kaum auf Widerstand gestoßen, meldete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Provinzgouverneur Qazi Inayatullah und andere Regierungsvertreter seien offenbar geflohen.

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Nach Angaben eines Sprechers von Dostum versuchten Demonstranten in Meimaneh, den Gouverneur festzunehmen. Inayatullahs Leibwächter hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Die von der Zentralregierung entsandten 750 Soldaten der neuen afghanischen Nationalarmee saßen laut AIP am Flughafen Meimanehs fest.

Dostum weigere sich, eine Delegation der Zentralregierung unter Armeechef General Bismullah zu treffen, die sich in der Nachbarprovinz Dschosdschan aufhalte, berichtete AIP. Unter Verweis auf die Sicherheitslage sei Delegationsmitgliedern die Einreise nach Meimaneh verweigert worden. Dostum, der einer der mächtigsten Kriegsherren in Afghanistan ist und zur usbekischen Volksgruppe gehört, hatte den Überraschungsangriff am Mittwoch begonnen.

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(dpa)