Ein vor zwei Wochen in Afghanistan entführter Deutscher ist wieder in Sicherheit. Er wurde am Morgen bei einem Einsatz befreit, drei Geiselnehmer sitzen in Haft.

Ein in Afghanistan entführter Deutscher ist nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes NDS wieder frei. Sprecher Sayed Ansari sagte, der Mann sei in der vergangenen Nacht nach etwa zwei Wochen Geiselhaft befreit worden. Drei Geiselnehmer seien festgenommen worden.

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Ein deutscher Isaf-Soldat patrouilliert in Kabul. Dort wurde vor zwei Wochen ein Deutsch-Afghane entführt, der inzwischen wieder in Freiheit ist. (© Foto: Reuters)

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Ein weiterer NDS-Offizier, der anonym bleiben wollte, sagte, zur Befreiung des Entführten sei es im Distrikt Bagram in der Provinz Parwan circa 50 Kilometer nördlich von Kabul gekommen. Neben den drei Festgenommenen suche man nach weiteren Mittätern.

Erst am Mittwoch hatte das Auswärtige Amt bekanntgegeben, dass ein Geschäftsmann, der sowohl die deutsche als auch die afghanische Staatsangehörigkeit hat, in der Hauptstadt Kabul verschleppt worden sei. Die Tat hatte vermutlich einen kriminellen Hintergrund. Das Auswärtige Amt ging von einer "verbrecherischen Entführung" aus.

"Typischer Fall der hiesigen Entführungsindustrie"

Der afghanische Geheimdienst bestätigte diese Einschätzung. Man gehe weder von einem politischen Motiv noch von einem Bezug zu Deutschland aus. Offensichtlich handele es sich "um einen typischen Fall der hiesigen Entführungsindustrie", hieß es.

"Wir haben gestern Informationen erhalten, dass er sich in einer Gegend außerhalb Kabuls aufhält", sagte der stellvertretende Geheimdienstchef Abdullah Laghmani bei einer Pressekonferenz in Kabul. Daraufhin habe ein Geheimdienst-Kommando ihn gegen vier Uhr morgens Ortszeit befreit.

Der Deutsch-Afghane sagte während der Pressekonferenz, seine Entführer hätten drei Millionen Dollar Lösegeld für seine Freilassung gefordert und damit gedroht, ihm eine Hand und ein Ohr abzuschneiden, wenn nicht gezahlt werden würde.

Entführungen mit kriminellem Hintergrund haben landesweit, aber auch in der schwer gesicherten Hauptstadt Kabul, deutlich zugenommen.

Am 16. Dezember 2007 war der Deutsche Harald Kleber in der Provinz Herat im Westen des Landes entführt worden. Sein Schicksal ist weiter ungewiss.

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(AFP/dpa/gdo/buma)