US-Präsident Obama wechselt das Führungspersonal und die Strategie in Afghanistan - und erinnert damit an seine Vorgänger Lincoln und Truman.
Mit der abrupten Entlassung des Oberkommandierenden der US-Truppen in Afghanistan hat US-Präsident Barack Obama den Stellenwert dieses Krieges für seine Regierung hervorgehoben und demonstriert, wie wichtig ihm die Umsetzung einer neuen Strategie im Kampf gegen die Taliban und al-Qaida ist. Obama hatte auf Empfehlung von Verteidigungsminister Robert Gates den bisherigen Befehlshaber, General David McKiernan, am Montag abgelöst und Stanley McChrystal zu seinem Nachfolger ernannt. McChrystal muss vom Senat noch bestätigt werden.
Bild vergrößern
Neue Zeiten in Afghanistan: US-Präsident Obama hat die Truppe umgebaut. (© Foto: AFP)
Anzeige
In einer am Montagnachmittag hastig anberaumten Pressekonferenz machte Gates McKiernan keine detaillierten Vorwürfe: "Nichts ist verkehrt gelaufen", sagte er, "es gibt da nichts Konkretes". Gates ließ indes keinen Zweifel daran, dass ihm McKiernans Herangehensweise missfallen hatte. Die US-Streitkräfte bräuchten "neues Denken" und einen "neuen Blick" in Afghanistan. Aus dem Pentagon hieß es, Gates habe dem General nicht die Entschlusskraft zur Umsetzung der neuen Strategie zugetraut. Zudem hieß es, McKiernan sei zu zurückhaltend bei der Bildung lokaler Milizen gewesen - einem Element der neuen Vorgehensweise, das zum Erfolg im Irak nicht unerheblich beigetragen hat.
Neue Führung
Offenbar hatte Gates bereits seit dem Amtsantritt Obamas an einen Wechsel auf dem Kommandoposten in Afghanistan gedacht und Generalstabschef Michael Mullen sowie den Oberkommandierenden für die US-Truppen in der Region, David Petraeus, konsultiert. Beide empfahlen Gates die Entlassung McKiernans. "Wir brauchten eine neue Führung in Afghanistan", sagte Mullen am Montag. Zudem war das Verhältnis zwischen McKiernan und seinem Vorgesetzten Petraeus gespannt.
McKiernan gilt in Militärkreisen als Mann der alten Schule, der für einen konventionellen Krieg bestens ausgebildet sei, aber nicht genügend Expertise für die sogenannte asymmetrische Kriegsführung besitze, also den Kampf gegen Guerillas und Terroristen. Gates und Mullen hatten in den vergangenen Monaten auch die hohe Zahl der zivilen Opfer beim Vorgehen der US-Streitkräfte in Afghanistan kritisiert, insbesondere beim Einsatz von Flugzeugen und Hubschraubern zur Unterstützung der Bodentruppen. Aus dem Pentagon hieß es allerdings, dass dies bei Gates' Entscheidung keine Rolle gespielt habe. Der Minister selber sagte am Montag, dass die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im Vergleich zum Vorjahr seit Januar um 40 Prozent zurückgegangen sei.
Neuer Kurs des neuen Präsidenten
"Der Krieg ist nun unwiderruflich Obamas Krieg", schreibt indes der Militärexperte Fred Kaplan im Online-Magazin Slate. "Der Präsident hat sich entschlossen, einen neuen Kurs zu fahren und sich nicht nur das nächste halbe Jahr oder Jahr durchzuwursteln." Es ist tatsächlich selten, dass ein US-Präsident einen kommandierenden General während eines Krieges vorzeitig ablöst. Der legendäre Bürgerkriegspräsident Abraham Lincoln feuerte Generäle gleich reihenweise. Danach indes waren die Männer im Weißen Haus zurückhaltender. Der letzte Fall dürfte ein halbes Jahrhundert zurückliegen. Damals hatte Präsident Harry Truman den populären Oberbefehlshaber im Koreakrieg, General Douglas McArthur, abrupt entlassen.
Der Kommandowechsel kam für die Bundeswehr wohl überraschend. Allerdings hat Gates Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Montag angerufen, um ihm den Wechsel mitzuteilen. McKiernan war in Berlin durchaus angesehen, weil er auch als Verfechter des comprehensive approach, also der verbundenen Vorgehensweise von zivilem Aufbau und militärischer Absicherung, galt. Als bemerkenswert wird in Berlin gesehen, dass mit der Berufung des Drei-Sterne-Generals Rodriguez zum stellvertretenden Kommandeur der amerikanischen Truppen in Afghanistan eine zusätzliche Befehlsebene eingezogen wird. Dies diene offenbar dazu, die weitgehend autonom operierenden regionalen Einheiten besser zu koordinieren.
In Pakistan setzten die Amerikaner weiterhin auf unbemannte Drohnen, um damit Extremisten aus der Luft zu bombardieren. Die US-Angriffe führen in Pakistan zu wütenden Protesten, weil dabei stets auch Zivilisten getötet werden. Offiziell verurteilt auch die pakistanische Regierung die Luftschläge. Beobachter sprechen aber davon, dass es ein stillschweigendes Übereinkommen zwischen Islamabad und Washington gibt, dass die Drohnen sogar von pakistanischen Territorium aus starten dürfen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Barack Obama RSS
- Afghanistan Amerikanische Ungeduld 13.05.2009
- US-Streitkräfte Der Mann, der Saddam festnahm 12.05.2009
- US-Präsident Obama Rückkehr zu den Militärtribunalen 13.05.2009
- US-Luftangriffe in Afghanistan General-Überholung 12.05.2009
- Afghanistan Krieg gegen Taliban - Bundeswehr unter Beschuss 08.05.2009
- Barack Obama und Hamid Karsai Angespannte Annäherung 13.05.2010
- Politik kompakt Angriff auf die Kirche "aus dem Innern" 11.05.2010
(SZ vom 13.5.2009/vw)
ICE-Strecke
auf sein gewissen hat weil oberbehlshaber
gibt kein halten mehr er will sein krieg haben und seinen sieg
jeder us president hatte sein krieg
nicht neues aus usa
das noch mehr tot und mord geben wird was solls?
ihm erwarten keine straffe
die usa hat nicht einmal das vertrag über das internationaler gerichtshof in der denhaag
unterschieben.
Es verwundert nicht. Einige US-Generäle haben bereits eingeräumt den Krieg militärisch nicht gewinnen zu können. Zu verfahren wäre die Situation. Und wenn man genau hinsieht, tun sich da wirklich Abgründe auf. Der CIA scheint die Taliban nicht als Feind zu sehen, anders lässt sich der Grenzverkehr zwischen Afghanistan und Pakistan schwer erklären. Ganze Konvois überqueren regelmässig die Grenze, während pakistanische Dörfer bombardiert werden. Der Opiumanbau floriert wieder, unter den Taliban ging die Heroinproduktion gegen Null. Ist das wirklich Krieg?
Obama glaubt an den Endsieg trotz ständiger Niederlagen.
Das kommt mir irgendwie sehr bekannt vor. Was mich erstaunt ist die Tatsache, daß die Medien ständig von den Terroristen der Al Quaida schreiben aber nicht über den Grund für Ihren Kampf. Nachdem die Taliban nachweislich vom Volk Unterstützung erhalten und nachweilich die überwiegende Mehrheit der Afghanen nach Umfragen der ARD und BBC gegen die Besatzung des Landes sind, müßten doch eigentlich logisch denkende Menschen Zweifel an den angeblichen Eisätzen der Nato zur Demokratisierung des Landes kommen.
Der Grund warum aus den Freiheitskämpfern, so hießen Sie nämlich, als Sie im Auftrag der USA und Ägypten gegen die Besatzung der Sowjetunion kämpften, Terroristen wurden ist u. a. , daß Sie sich gegen die US- Regierung Bush wehrten den Amerikanern den Bau einer Pipeline vom Kaspischen Meer durch Afghanistan zu erlauben.
Und das ist hinreichen bekannt: Wer nicht für Die USA ist, ist gegen Sie. Das mußte Deutschland beim Nein zum Irak- Krieg auch schon spüren.
Leider haben Deutschlands CDU- CSU und FDP Politiker das nicht erkannt, im Gegenteil, Sie haben denjenigen, der diese Entscheidung getroffen hat dafür verurteilt, daß ER die deutsch- amerikanische "Freundschaft " gefährdet hat.
Die USA brauchen keine Freunde Sie brauchen Vasallen, die Ihre Interessen bedingungslos vertreten.
Nur noch als Denkanstoß. Die USA sind noch niemals in Ihrer Geschichte angegriffen worden, aber bei jedem Krieg beteiligt.
Wer immer noch daran glaubt, daß Sie sich für Demokratie einsetzen, der sollte mal Ihre "Freunde" anschauen wie z. B. Hussein im Krieg gegen den Iran, oder Sarkashwilli etc.
Verbale Kunststücke, i.e. warme Luft zu verbreiten, das lernt man bei den Amis. Dafür gibt es Studiengänge mit der Bezeichnung "communications". Was für ein modernes Konzept. Dagegen mutet der Militäreinsatz wie aus dem vorletzten Jahrhundert an. Mord und Totschlag, sonntags in die Kirche rennen und "God bless America" als Bschwörungsformel, die rechte Hand aufs Herz. Der Segen des Herrn gilt offensichtlich nicht für die Opfer der "Kollateralschäden". Es gibt Dinge, die mich mehr überzeugen.
wir machen einen guten Krieg:
Schritt 1: wir überzeugen die taliban von unserem plan;
Schritt 2: wenn es sein muss ändern wir den plan;
Schritt 3: wir machen einen neuen plan
Paging