Affäre Wulff Die Frau verleumden, den Mann treffen

Bettina Wulff ist eine Art Kollateralschaden, denn das eigentliche Ziel der Gerüchte war immer Christian Wulff. Es ist die klassische Geschichte von Aufstieg und Fall eines Karrieristen, der seinen Zielen alles untergeordnet hat - auch Freunde und Familiäres. Das schürt Missgunst.

Ein Kommentar von Ralf Wiegand

Bettina Wulff gehört in diesen Tagen alle Aufmerksamkeit. Sie war das Opfer eines Rufmords, sie hat ein Buch veröffentlicht, sie geht juristisch gegen Google und Günther Jauch vor, sie kämpft mit dem Internet, in dem Gerüchte über sie aufploppen, wohin man klickt.

Christian Wulff und seine Frau Bettina nach seiner Rücktrittsverkündung am 17. Februar im Schloss Bellevue.

(Foto: AFP)

Sie, sie, sie. Und er? Das Ziel allen verleumderischen Geredes über die spätere First Lady war ja stets ihr Mann. Unmöglich gemacht werden sollte über den Umweg Bettina allein Christian Wulff. Sie ist eine Art Kollateralschaden.

Da stellt sich die Frage: Was hat Christian Wulff in seinem politischen Leben angerichtet, dass eine Frau, die nur einen kurzen Weg seines Aufstiegs mitgegangen ist, über die Klinge springen sollte? Welche Feinde hat er sich gemacht, dass ihn niemand schützte, nicht einmal in seiner eigenen Partei, der CDU?

Bei Christian Wulff haben zu viele mitgetuschelt

So eine Gerücht ist ja wie La Ola im Fußballstadion. Wenn nur ein paar Leute nicht gleichzeitig die Arme hochreißen, stirbt die Jubelwelle. Wenn viele ein Gerücht nicht weitererzählen, stirbt das Gerücht.

Bei Christian Wulff haben zu wenige stillgehalten und zu viele mitgetuschelt. Es ist die klassische Geschichte von Aufstieg und Fall eines Karrieristen, der seinen Zielen alles untergeordnet hat, auch Freunde und Familiäres. Das schürt Missgunst. So einfach ist das manchmal, so primitiv.