Sie wurden eingesperrt oder endeten am Galgen - und sind trotzdem die am besten organisierte Oppositionskraft. Ägyptens Muslimbrüder haben das Land von unten islamisiert. US-Präsident Barack Obama graut es vor ihnen.
Wie die Revolution endet, weiß niemand, doch im Westen wird bereits die Angst vor den Fundamentalisten geschürt. Israels Premier Benjamin Netanjahu würdigt mit keinem Wort den bevorstehenden Sturz des Despoten Mubarak, stattdessen warnt er vor dem Chaos danach; das könnten die Islamisten der Muslimbruderschaft nutzen, um den Friedensvertrag Ägyptens mit Israel in Frage zu stellen: "Aus Ägypten könnte ein Gottesstaat wie Iran werden."
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Führende Muslimbrüder: Saad El Katatni (l.), Essam El Erian. (© AP)
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Auch dem US-Präsident Barack Obama graut es vor dem politischen Gewicht der Muslimbrüder. Bei den letzten halbwegs fairen Wahlen 2005 eroberten sie ein Fünftel der Sitze. 20 Prozent sind den Fundamentalisten im Normalfall sicher, mindestens. Die Brüder selbst beschreiben sich als demokratische Kraft und arbeiten mit den demokratischen Oppositionsgruppen zusammen. Aber Skepsis ist angebracht.
1929 von Hassan al-Banna aus Protest gegen die britischen Kolonialherren gegründet, ist die heutige Muslimbruderschaft (MB) eine schwer zu durchschauende Organisation. Anfangs hatten die 1952 gegen die Monarchie putschenden Offiziere um Gamal Abdel Nasser die Islamisten mit ihrem anti-kolonialen Zungenschlag nützlich gefunden. Wegen der säkularen Politik der "Freien Offiziere" kam es aber dann zu Konflikten. Nach einem Anschlagsversuch gegen Nasser wurde die Organisation verboten. Einige MB-Führer endeten am Galgen, andere im Gefängnis.
Al-Banna selbst war noch während der Endzeit der Monarchie von Geheimpolizisten erschossen worden, nach einem Attentat seiner Brüder auf einen Minister. Der nach al-Banna wichtigste Vordenker der MB wurde 1966 hingerichtet: Sayed Qutb. Mit dem Buch "Meilensteine" hatte er zur Gewalt gegen den "Pharao" im ägyptischen Präsidentenpalais aufgerufen. Qutb ist einer der Vordenker des militanten Islamismus.
Die Brüder haben zumindest offiziell Abstand von Gewalt genommen. Unter dem Mubarak-Regime hatten sie es dennoch schwer. Sie wurden eingesperrt, von Wahlen ausgeschlossen, bei Bedarf politisch instrumentalisiert. Dennoch bestreitet keiner, dass die Brüder die stärkste und am besten organisierte Opposition sind. Zudem sind sie eine Art Schirm für andere Fundamentalistengruppen; die palästinensische Hamas etwa erwuchs aus der ägyptischen Organisation.
Unter Mubarak haben die Brüder Ägyptens Neo-Islamisierung betrieben. Sie unterwandern Berufsverbände, unterhalten ihren eigenen Wohlfahrtsapparat in einem Land, in dem das staatliche Sozialsystem schwach ist: Kliniken, Suppenküchen, Schulen, Moscheen. Das Graswurzel-Modell funktioniert; parallel zum Trend der Neo-Islamisierung in allen arabischen Staaten ist der ägyptische Alltag re-islamisiert worden.
Das Kopftuch ist längst mehr als die traditionelle Kleidungsform der muslimischen Frau. Es ist Symbol muslimischen Selbstbewusstseins; die auf eigene Weise getragenen Bärte der Männer sind es ebenso. Jetzt müssen die Brüder bald zeigen, ob sie den nicht nur im Westen gefürchteten islamischen Staat wollen oder sich an die demokratischen Spielregeln halten.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 02.02.2011/jab)
Ich mag keine Rassisten, ich mag keine Apartheid, ich mag keine Siedler, die andere enteignen und vertreiben, ich mag keine 2-Klassen-Justiz, ich mag keine Leute, die andere in Ghettos sperren und aushungern.....
Mit welchem technischen Terminus sie so eine Geisteshaltung bezeichnen wollen, überlasse ich Ihnen und Ihrer Phantasie. :-)))
"auch das Schüren des Hass auf freiheitliche Völker, davor sei das Land gewarnt. "
Und freiheitliche Völker, das sind vermutlich diejenigen, die Mubarak seit Jahrzehnten an der Macht gehalten haben, weshalb auf den Tränengasgranaten mit denen die Demonstranten beschossen werden, auch immer "Made in USA" steht ...
Müssen Sie bei solchen "Argumenten" eigentlich nicht selbst lachen? :-))))
"Dafür zu sorgen, dass dem nicht so wird, ist primäre Aufgabe westlicher Politik"
Nö, Klausjedi, die primäre Aufgabe westlicher Politik ist das Regieren der eigenen, westlichen Länder. Wo anders haben wir nichts zu suchen und zu sagen.
"...dümmliche Zion-Propaganda" ???
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Sagen Sie, alkhaider (mit Betonung der ersten Silbe), sind Sie zionphob oder zionophob ? Wie würden Sie sich selbst bezeichnen ?
Gut, dass wir bei Zionisten nicht so anspruchsvoll sind, wie bei Moslems, gell!
Sonst würden all die jüdischen Neocons die für Netanjahu ganz offiziell den Palästinenser-Unterdrückungs-Plan "A Clean Break" ausarbeiteten, nicht gleichzeitig hohe Ämter in der amerkanischen Politik bekleiden dürfen.
Presstv ist übrigens ein äusserst informativer Sendder für alle, die auch auf dem zweiten Auge sehen wollen und für den u.a. die Schwägerin Tony Blair´s, der Labour MP George Galloway oder der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone arbeiten.
"aber ein Allahstaat ala Iran wäre eine ernstzunehmende Gefahr für den Weltfriedenm denn ein nervöses Israel
könnte bei Gefahr für sein Volk auch mal den roten Knopf drücken "
Und das halten Sie allen ernstes für ein Argument? Ägypter, macht brav was Israel will, sonst werdet ihr auch schon mal atomar vernichtet???
Sollten Sie Israel wirklich zutrauen, dass es derart irrsinning und kriminell handelt, dann müssen Sie im gleichen Atemzug auch die präventive Entwaffnung dieses von US- und EU-Geldern anhängigen Zwergenstaates fordern, damit es keinen Dummfug anstellen kann.
Paging