Die meisten Deutschen wollen die Bundeswehr-Soldaten schnell aus Afghanistan zurückholen. Dabei führt die Diskussion von Politik und Gesellschaft über einen Abzugstermin in die Irre - nötig wäre das Eingeständnis der Niederlage.
Ginge es nach der Mehrheit der Deutschen, dann würde die Bundeswehr eher heute als morgen aus Afghanistan abziehen. Ausgerechnet zu Weihnachten wirft der Tod eines Deutschen die Frage nach dem Sinn des Einsatzes am Hindukusch wieder auf.
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Bundeswehr-Soldaten posieren in der Nähe von Kundus. (© REUTERS)
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Dieses Mal ist es kein Soldat, sondern ein Entwicklungshelfer, der vermutlich Aufständischen zum Opfer fiel. Sein Schicksal zeigt das Dilemma des Westens in Afghanistan. Ohne Sicherheit gibt es keine Entwicklung, ohne Entwicklung gibt es keine Sicherheit.
Jetzt glaubt der Westen, endlich den Ausweg aus dieser Zwickmühle gefunden zu haben: Die Afghanen müssen selbst für ihre Sicherheit sorgen, und das so bald wie möglich. Daran knüpft sich eine Termindebatte, deren Rahmen der afghanische Präsident Hamid Karsai selbst gesetzt hat. 2014, so Karsai, sollen die Afghanen die volle Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land übernehmen. Die westlichen Verbündeten haben diesen Zeitplan freudig aufgegriffen; in Deutschland ist seither von einer Abzugsperspektive die Rede.
Doch Perspektive ist deutschen Innenpolitikern nicht genug. Mit Blick auf die wachsende Kriegsmüdigkeit in den eigenen Reihen will vor allem die SPD es genauer wissen. Sie macht ihr Ja zur Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr davon abhängig, dass die Regierung sich festlegt, wann der deutsche Abzug beginnen soll.
Ein verunsicherter FDP-Chef Guido Westerwelle - verzweifelt auf der Suche nach einem innenpolitischen Erfolg, als den er die Zustimmung der SPD verkaufen könnte - hat als Außenminister schon einen Termin genannt. Ende 2011 werde man das Bundeswehrkontingent in Afghanistan erstmals reduzieren können.
Streit um Begriffe, nicht um Realitäten
Der Vorbehalt der Regierung - "soweit die Lage dies erlaubt" - wird dabei gern übersehen. Doch das ist der springende Punkt. Niemand kann heute sagen, ob zu einem bestimmten Termin die Lage den Abzug von Kampftruppen rechtfertigt - und nur um den geht es, was in der Diskussion gern vernachlässigt wird. In einer derart ungewissen Lage einen Abzugstermin zu nennen, ist kontraproduktiv.
Es kommt einem Signal an den Gegner gleich, dass er sich doch einfach nur ruhig verhalten müsse. Die damit gewonnene trügerische Sicherheit wiederum wird dann als Beleg gewertet, dass man ja getrost abziehen könne.
Der Streit um einen Abzugstermin verlagert die Debatte wieder einmal auf einen Nebenkriegsschauplatz - wie schon so oft, wenn man sich über Begriffe statt über Realitäten streitet.
Doch mit dem Schielen auf Umfrageergebnisse kommt die Politik aus dem Afghanistan-Dilemma nicht heraus. Ehrlichkeit ist gefragt, gegenüber der Bevölkerung und erst recht gegenüber den Soldaten. Die Wahrheit ist oft schmerzlich, vor allem wenn sie darin besteht, eine Niederlage mit all ihren Konsequenzen einzugestehen. Sollte sich der Westen dazu durchringen, bekäme die Abzugsdebatte eine völlig neue Qualität.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 27.12.2010/mati)
Was auch immer in Afgh. geschehen wird, ist die Sache der Afghanen.
WIR, der Westen, haben diesen menschenverachtenden Haufen names Taliban geschaffen und es war uns sch...egal, wen die alles masskrierten, Hauptsache, sie stimmten den Pipeline -Plänen von Unocal zu. Als dies nicht mehr sichergestellt war, haben wir dann doch lieber gleich den Unocal-Berater Karzai als Statthalter des Imperiums eingesetzt.
Seine Korruptheit war quasi die Einstellungsvorausetzung, die ihn uns als geeigneten Anwärter für diesen Posten empfahl.
Afghanistn wird erst dann wieder auf die Füsse kommen, wenn JEGLCHE Einmischung von aussen unterbleibt. Die USA hatten sich dazu ja schon einmal verpflichtet, ebenso wie die SU, als sie damals abzog.
Die SU hielt sich daran, die USA brach, wie üblich !!!!, alle Vereinbarungen, baute die Taliban auf und kreierte das heutigie Chaos in diesem Land, das auf immensen Rohstoffen sitzt, die sich die USA einzuverleiben gedenken.
Spateneder fragt "Geht es hier wirklich um die USA?"
Antwort:
Ja. Um wen denn sonst?
Wer hat den Krieg dort begonnen?
Wer hat die Taliban installiert?
Wer hat massgeblich die Mudschaheddin unterstützt?
Die USA hat doch den Invasionsgrund selbst jahrelang gezielt erzeugt und gefördert. Ohne die USA gäbe es diesen Krieg nicht. Einen Beweis für den Invasionsgrund sind sie bis heute schuldig.
In diesem Kontext schein mir Ihre Frage etwas naiv. Um nicht zu sagen scheinheilig.
Was ich sehr vermisse, ist die offene Auseinandersetzung damit, was unter der Herrschaft der Taliban geschehen ist und wieder geschehen wird. Religiöser Fanatismus, gegen den der Iran als fortschrittliches Land erscheint. Standgerichte, Lynchjustiz, Zerstörung von Kulturgütern, Unterdrückung jeglicher Freiheiten, Intoleranz, Gewalt. Das ist alles kein Geheimnis, man kann sich ganz einfach darüber informieren.
Wer solche Fakten nicht in einem Atemzug mit seiner wohlfeilen "Friedens"bewegtheit nennt, ist schlicht und einfach verlogen und scheinheilig.
Zitat: "Was mich am Fall der USA so besonders fasziniert, ist die Diskrepanz ....."
Tja, das ist eben gutes Marketing ! Vielleicht könnten ja all die anderen "Schreckensregime" davon lernen ?
Wenn man aber - wie die islamistischen Terroristen - nur Selbstmord und Aufstieg ins "himmlische Paradies" anzubieten hat, hilft wahrscheinlich nicht mal das beste "Marketing".
"Überrascht es Sie, wenn ich Ihnen die Untaten anderer Nationen oder Regime aufzähle ? "
Aber nicht doch, das überrascht mich keineswegs, weil man die Verbrechen der anderen ja gerne und in aller Gründlichkeit ständig überall vorgehalten bekommt.
Nur die der USA, die werden allzugerne "übersehen". Sie haben ja sogar völlig abgestritten, dasss die USA ein Regime sind, das überall auf der Welt Schrecken über die Menschen gebracht hat.
Was mich am Fall der USA so besonders fasziniert, ist die Diskrepanz zwischen dem veröffentlichten Selbstbild als Freiheits- Demokratie- und Menschenrechtsbringer während dieses Land in Wahrheit seit Jahrzehnten nur überall Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zerstört.
Paging