Abwehrplan des US-Militärs Veggie-Zombies bedrohen die "zivile Ordnung"

Wenn dieser Zombie Vegetarier ist, dann mag er vermutlich gern Himbeeren und rote Beete.

(Foto: AFP)

Egal, ob sie durch schwarze Magie entstehen, aus dem Weltall kommen oder vegetarisch leben. Zombies bedrohen die Menschheit. Eine US-Militärschule hat einen Abwehrplan entwickelt. Dahinter steckt natürlich Pädagogik.

Von Sebastian Krass

Wer sich gegen einen Feind wehren will, muss den Feind möglichst gut kennen. Dieser Feind ist tückisch, aber zumindest ist einiges über ihn bekannt: Zombie ist beileibe nicht gleich Zombie. Manche entstehen durch einen Virus oder eine Überdosis Strahlen, andere durch schwarze Magie. Aus dem Weltall kommen die Space-Zombies. Und dann sind da noch die Veggie-Zombies, die im Gegensatz zu ihren blutrünstigen Vettern nur Grünzeug fressen, aber dafür so viel, dass für Menschen irgendwann nichts mehr übrig bleibt.

Diese Typologie der untoten Finsterlinge stammt vom US-Militär. Sie steht in einem Strategiepapier für den Fall einer Zombie-Apokalypse und wurde verfasst in einer Kommandeursschule in Omaha, Nebraska. Bis vor kurzem lag der 31 Seiten lange Plan, der aus dem Jahr 2011 stammt, auf einer vermeintlich sicheren Internetseite. Doch nun berichtet das Magazin Foreign Policy darüber.

Im sogenannten "Conplan 8888" heißt es, die Streitkräfte würden "darauf vorbereitet, die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens zu bewahren und Operationen zum Schutz der gesamten menschlichen Bevölkerung durchzuführen - einschließlich der traditionellen Gegner".

Die Strategen entwickeln einen mehrstufigen Plan des Gegenangriffs: sich aufstellen, abschrecken, die Initiative übernehmen, Dominanz erlangen, stabilisieren und - abschließend - die zivile Ordnung wiederherstellen.

Die Strategen beschäftigen sich auch mit juristischen Fragen. So kommen sie zu dem beruhigenden Ergebnis, dass es "fast keine" Restriktionen für defensive oder auch offensive Aktionen gegen Zombies und ähnliche Übeltäter gebe, da diese sich ja nicht gegen menschliches oder tierisches Leben richten würden.

Einer Sprecherin des Militärs war die Angelegenheit offenbar unangenehm. Es handele sich um ein "internes Trainingsinstrument", mit dem die Studenten "Grundlagen über militärische Planung" in einem "fiktionalen Szenario" durchexerzierten, erklärte sie.

Im Plan selbst heißt es, das Zombie-Szenario könne weniger "missverstanden" werden, als wenn man sich mit konkreten Ländern auseinandersetze.

So skurril die Gedankenspiele wirken mögen, sie stehen in einer amerikanischen Denktradition. Zombies sind dort seit Jahrzehnten fester Bestandteil kulturellen Schaffens, ob in Horrorfilmen (Romeros "Die Nacht der lebenden Toten" von 1968) oder auch der Popmusik (das berühmte "Thriller"-Video von Michael Jackson von 1983). Auf dieser fruchtbaren Grundlage hat sich inzwischen eine Art Zombie-Pädagogik entwickelt.

So hat die US-Seuchenbehörde CDC eine Aufklärungskampagne am Beispiel der Zombie-Gefahr aufgezogen. Die kanadische Provinz British Columbia hat ein ähnliches Programm. Um vorbereitet zu sein, soll man zum Beispiel immer einen mindestens halbvollen Autotank und einen Notfallkoffer haben

Die dort dargestellten Verhaltenstipps, so das Kalkül, helfen nicht nur im Fall einer dann doch eher unwahrscheinlichen Zombie-Attacke, sondern auch bei anderen Katastrophen. Und mit Zombies lässt sich nun einmal mehr Aufmerksamkeit erregen als mit der routinierten Warnung vor einem Erdrutsch oder einem Tsunami.

Eine Gattung von Zombies aber existiert nach Ansicht der Militärstrategen aus Nebraska tatsächlich: die "chicken zombies". Sie entstünden, wenn Farmer in großem Stil alte Hühner, die keine Eier mehr legen, mit Kohlenmonoxid umbringen. Die Kadaver würden zu großen Haufen getürmt. Und es komme vor, dass sich Hühner, die doch nicht ganz tot waren, aus diesen Haufen herausgraben und wieder herumlaufen. Für die Menschheit aber, räumen die Militärs ein, seien die Hühnerzombies "keine direkte Gefahr".

(Mit Material von dpa)