Absturz von MH17 Moskau entzieht sich der Verantwortung

Russlands Präsident: Sollte Putin nicht doch noch einlenken, muss gerade die EU zu einer einigen Haltung finden

(Foto: dpa)

Es wäre relativ einfach, eine OSZE-Mission an den Absturzort der Boeing 777 in der Ostukraine zu schicken. Doch Moskau will das nicht, es entzieht sich der Verantwortung. Obwohl es nicht um Militärisches geht, sondern um einen mutmaßlichen Terrorakt.

Ein Kommentar von Kurt Kister

Nur die Täter und ihre Helfer können kein Interesse daran haben, dass der Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine geklärt wird. Insofern spricht es Bände, dass jene Vermummten, die den Donbass gerne an Russland anschließen würden, die Untersuchung nach Kräften behindern. Und leider passt dazu auch, dass der Kreml bisher nichts getan hat, um so eine Untersuchung, und sei es mit russischer Beteiligung, schnell in Gang zu bringen.

Auch wenn die Lage am Absturzort schwierig ist, wäre es relativ einfach, eine OSZE-Mission unter der Schirmherrschaft Russlands und der EU mit niederländischen, malaysischen und anderen Experten loszuschicken und so lange dort zu lassen, bis Ergebnisse erzielt sind. Moskau will das nicht, es entzieht sich der Verantwortung - obwohl es nicht um Militärisches geht, sondern um die Untersuchung eines mutmaßlichen Terroraktes.

Sollte Putin nicht doch noch einlenken, muss gerade die EU zu einer einigen Haltung finden. Jene Separatisten, die mutmaßlich die Toten aus der Passagiermaschine auf dem Gewissen haben, können nur kämpfen und Terror ausüben, weil sie Nachschub aus Russland erhalten. Gewiss müssen Europäer und Russen miteinander auskommen. Wenn aber Russlands Regierung kaum etwas tut, um den Tod von 300 Menschen, darunter viele Europäer, mit aufzuklären, dann will Russland nicht mit Europa auskommen.