Abschreckung gegenüber Moskau Baltische Staaten wollen Nato um Tausende Soldaten bitten

Estland, Lettland und Litauen sind wegen der Ukraine-Krise um ihre Sicherheit besorgt. Nun wollen sie die Nato bitten, eine Brigade dauerhaft im Baltikum zu stationieren.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise wollen Estland, Lettland und Litauen die Nato-Führung um die dauerhafte Stationierung einer Brigade im Baltikum bitten. Die Generalstabschefs der Streitkräfte der drei Länder werden dazu ein gemeinsames Schreiben an den Nato-Kommandeur für Europa, General Philip Breedlove, senden. Dies teilte die litauische Armeeführung am Donnerstag mit.

"Wir möchten eine brigadegroße Einheit, um jederzeit ein Bataillon (...) in jedem baltischen Staat zu haben", sagte Mindaugas Neimontas, Sprecher des Befehlshabers der litauischen Armee. Dies solle angesichts der "Sicherheitslage in der Region" zur "Abschreckung" dienen. Eine konkrete Zahl zur Truppenstärke nannte der Sprecher nicht. Eine Brigade kann aus mehr als 3000 Soldaten bestehen. Die formelle Anfrage soll voraussichtlich nächste Woche auf den Weg gebracht werden.

Die baltischen Staaten sind wegen der Haltung Moskaus im Ukraine-Konflikt um die eigene Sicherheit besorgt. Die Nato hat deshalb ihre Präsenz in der Region deutlich erhöht. Im Rotationsprinzip sind seit April 2014 jeweils 150 US-Soldaten in Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen stationiert.