George W. Bushs Tage als US-Präsident sind gezählt. In den USA - und auch in Deutschland - hoffen viele, dass nach ihm alles anders wird. Und dass sein Nachfolger im Weißen Haus Bushs Schatten loswird.
Als US-Präsident ist George W. Bush zum letzten Mal in Deutschland. Er verbringt seinen gesamten Besuch tief in der Provinz auf dem Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung. Meseberg hat den großen Vorteil, dass es leicht vom Rest der Welt abzuschirmen ist, zaunumgürtet und polizeibesetzt.
Sein Schatten ist lang: Für die Mehrheit der Deutschen ist George W. Bush der unbeliebteste US-Präsident seit zwei Generationen. (© Foto: AP)
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Es sieht aus wie ein Barockschloss, ist aber in Wirklichkeit ein anmutiger Hochsicherheitstrakt. Rundherum breitet sich jenes Brandenburg aus, das man mögen können muss, wenn man dort zu wohnen hat, oder wenn man ein sehr werktreuer Anhänger Theodor Fontanes ist. Vielen, gar durchschnittlichen Deutschen wird Bush dort nicht begegnen, weil so etwas die Intimität stört, die Sicherheit gefährdet und überhaupt unerwünscht ist.
Kein Wunder, denn Bush ist für die große Mehrheit der Deutschen der unbeliebteste US-Präsident seit zwei Generationen. Seine Amtsführung hat dem American way of politics nicht nur, aber auch in Deutschland einen schlechten Ruf verschafft. Vieles, was an Dankbarkeit, Respekt und Verständnis in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland gegenüber Amerika gewachsen ist, erodiert wegen Bushs Guantanamo-Regierung.
Dabei geht es nicht um die Eliten, die nach wie vor in den üblichen Institutionen und Akademien jene deutsch-amerikanische Freundschaft beschwören, die einst in der Bundesrepublik Raison d'Être der Nachkriegs-Identität war. Nein, es geht um die Durchschnitts-Deutschen, von denen Bush in Mesebergs Grüner Zone nichts mitkriegt.
Amerika gilt in Deutschland nicht mehr als Land der individuellen Freiheit, nicht mehr als verlässlicher Bündnispatron, schon gar nicht als Vorbild. Die Zahl der berechtigten Vorwürfe gegen Bushs Politik ist groß; sie reichen von gefährlicher Naivität über Lügen bis hin zum anhaltenden Bruch der Menschenrechte. Im Zentrum steht der maßlos gewordene Krieg gegen den Terror, dessen Eigenart dazu führte, dass jenseits der rationalen Auseinandersetzung mit der Bush-Politik auch alle denkbaren Verschwörungstheorien in bisher kaum gekannter Blüte wuchern. Das einst Randständige, die Mafia-CIA-Außerirdische-Kapitalisten-Verbindung, treibt heute im Mainstream der Amerika-Kritik mit, besonders im Mainstream des Internet.
Zwar wird das Bush egal sein, aber er hinterlässt in Gedanken und Gefühlen vieler Deutscher eine Melange von Antipathie, Spott, Ärger und Skepsis gegenüber der US-Politik, ja gegenüber Amerika im Allgemeinen. Das Differenzieren ist mit jedem Amtsjahr Bushs schwieriger geworden. In Deutschland existierte früher schon eine Form des linken wie des rechten Anti-Amerikanismus, die dumpfsinnig war. Die gibt es heute noch. Viel bedeutender, vielleicht trauriger aber ist, dass sich nun auch viele Neutrale oder Wohlmeinende hierzulande von Bushs Amerika abgewandt haben. Guantanamo oder die CIA-Verschleppungen will und kann man nicht verteidigen.
Der US-Vorwahlkampf, der auch in Deutschland mit großem Interesse verfolgt worden ist, mag die Differenzierung gefördert haben. Da war das "andere Amerika" zu beobachten, der durchaus avantgardistische Sieg von Barack Obama, die ernsthafte, kritische Auseinandersetzung mit dem Erbe Bushs, das auch in größer gewordenen Teilen der US-Gesellschaft als verheerend gewertet wird. Trotzdem: Die Amerikaner werden sich nach ihrer Wahl im November schnell umstellen, zumal dann, wenn tatsächlich Obama gewinnen sollte.
Sie werden das Gefühl haben, nun werde alles anders. Das wird in Europa oder Asien nicht so sein. Die Erinnerung an Bush wird auf Jahre hinaus das Bild Amerikas in der Welt verdüstern. In Adelbert von Chamissos "Peter Schlemihl" verkauft ein Mann seinen Schatten. Bushs Nachfolger im Weißen Haus wird froh sein können, wenn er irgendwann Bushs Schatten loswird.
Der gewaltbereite Missionar George W. Bush hat Amerikas Weltpolitik in den vergangenen Jahren geformt. Was nach dem 11. September 2001 als Gegenwehr und Vergeltung für die monströsen Terroranschläge begann, ist heute die aggressive Verteidigung eines Weltmachtanspruchs an Schatt-al-Arab und Hindukusch mit fast allen Mitteln.
Anders als zu Zeiten des Vietnamkrieges aber sind die meisten Verbündeten in Europa nicht mehr bereit dazu, ihr Verhältnis zu Washington freundlich-pragmatisch und unabhängig von dessen Kriegspolitik zu sehen. Der Krieg gegen den Terror bestimmt auch, welche Amerikaner man in Deutschland mag (George Clooney, Michael Moore), wohin man nicht mehr so gern in den Urlaub fährt (auch wegen der allmählich drittweltlichen Visa-Bestimmungen), und was man nicht mehr so richtig feiert (60 Jahre Luftbrücke, die Eröffnung der US-Botschaft).
Allerdings ist Amerikas Populär- und Konsumkultur so präsent wie nie in Europa. Microsoft und McDonald's haben die Freiheitsstatue als Symbole der USA abgelöst. Die Hamburger-Kette hatte im Mai in Europa einen Umsatzzuwachs von fast zehn Prozent, in den USA waren es 4,3 Prozent. Der alte Kontinent ist in diesem Sinne ziemlich durchamerikanisiert. Vielleicht fällt auch deswegen die Ablehnung der Washingtoner Politik und des Präsidenten so harsch aus.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 11.06.2008/cag)
Zeitgleich war auch am 1. Juni 2008 die Salute to Israel Parade in New York City das größte und fröhlichste Ereignis zu Ehren des Staates Israel. Ca. 100.000 jüdische Menschen und ihre Freunde paradierten in einem endlosen, fröhlichen und ungemein friedlichen Zug entlang der 5th Avenue und dem Central Park. Hony qui mal ´y pense...
Rellama (20.56) meint, wir sollen uns am weißrussischen Autokraten Lukaschenko orientieren,
Oluja meint: "hoffe ich auf möglichst hohen Blutzoll bei USRAEL"...
Wenn Oluja irgendjemanden wg. menschenver.achtender Politik anklagen will, hat er sich mit diesem Satz unmittelbar auf die gleiche Stufe gestellt.
Es wird immer der Eindruck erweckt, die Demokraten wären so eine Chorknaben-Truppe, Es wird aber vergessen, dass sie die schlimmsten Verbrechen in Vietnam instigiert und durchgezogen haben, JFK, und LBJ.
Also würde ich nicht auch nur einen Dime auf diese Leute setzen, Ein Amerikaner bleibt ein Amerikaner,
ich finde es schon dreist die Amerikaner für ihr ungerechtes Bildungssystem und ihre Medien zu kritisieren, wenn man im Land mit der für Industriestaaten größten Bildungsungerechtigkeit lebt , in dem die meistgelesene Zeitung "Bild"heißt.
Wenn die Amerikaner noch einen Krieg gegen den Iran, dieses Mal anzettelt, ist es die Pflicht unserer Politiker, überhaupt jegliche Zusammenarbeit mit den Amerikanern zu verweigern, Und natürlich aus der Nato auszutreten, Ansonsten machen sie sich zu Mittätern an Verbrechen,
Und die Amis aus dem Land werfen, Abhörstationen abmontieren, und den Botschafter aus dem Land zu weisen, Lukaschenko hat es gemacht, Wir sollten dazu auch in der Lage sein,
Paging