Staaten, die Atomwaffen besitzen, sollten demonstrieren, dass sie vorhaben, ihrer rechtlichen und moralischen Verpflichtung zur Abschaffung dieser Waffen gerecht zu werden.
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Vor allem die fünf Nuklearmächte des Atomwaffensperrvertrags sollten zeigen, dass sie ihre 40 Jahre zurückreichende Pflicht ernst nehmen, ihre Atomwaffen zu verschrotten - indem sie zumindest einige der genannten Schritte gehen, bevor im Jahr 2010 die Überprüfungskonferenz beginnt. Die Aufteilung in Atomwaffenstaaten und nukleare Habenichtse ist auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten.
Nicht über Nacht alle Atomwaffen abschaffen
Einwände werden vorgebracht, die Abschaffung aller Atomwaffen könne destabilisierend wirken und einen großen konventionellen Krieg wahrscheinlicher machen. Niemand behauptet, wir könnten über Nacht alle Atomwaffen abschaffen. Das aber ist keine Rechtfertigung, ihre Zahl in der Welt nicht drastisch zu reduzieren und konkrete Schritte einzuleiten, ihre Rolle in Militärdoktrinen zu vermindern statt zu stärken.
Schließlich sollte es nicht jenseits des Einfallsreichtums der Menschheit liegen, herauszufinden, wie man die Welt ohne Atomwaffen sicherer macht - nicht zuletzt indem wir den Ursachen von Unsicherheit und Ungleichheit einen genauen Blick widmen.
Die Welt hat bereits den Besitz sowohl chemischer als auch biologischer Waffen verboten. Es wäre eine unvorstellbare Tragödie, würde uns nicht das Gleiche gelingen mit den schrecklichsten Waffen, die je erfunden wurden.
Mohamed El Baradei ist Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde. Er gibt seine persönliche Meinung wieder.
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(SZ vom 4.2.2009/cag)
Russland unter Putin