Ab September Kenias Vizepräsident muss sich in Kriegsverbrecherprozess verantworten

Mehr als 1100 Menschen wurden getötet, Hunderttausende in die Flucht getrieben - dem kenianischen Vizepräsidenten William Ruto wird vorgeworfen, in die Unruhen nach der Präsidentschaftswahl vor sechs Jahren verwickelt gewesen zu sein. Ab September muss er sich nun vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten.

Der kenianische Vizepräsident William Ruto steht ab Herbst wegen Kriegsverbrechen vor Gericht. Der Prozess werde am 10. September eröffnet, teilte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag am Montag mit.

Die für die Vorbereitung des Verfahrens zuständigen Richter empfahlen demnach, die Verhandlung gegen Ruto ganz oder teilweise in Kenia oder auch im benachbarten Tansania zu führen. Dem 46-jährigen Ruto werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Er soll in Unruhen nach der Präsidentschaftswahl in Kenia 2007 verwickelt gewesen sein. Bei den ethnisch motivierten Ausschreitungen nach der Wahl wurden mehr als 1100 Menschen getötet und Hunderttausende in die Flucht getrieben.

Ruto hat die Vorwürfe zurückgewiesen und vollständige Zusammenarbeit mit dem Gericht zugesagt. Er wird gemeinsam mit Joshua arap Sang, dem Chef eines Radiosenders, vor Gericht gestellt.

Bereits am 9. Juli beginnt der Prozess gegen den kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta im Zusammenhang mit den blutigen Unruhen. Ihm werden ebenfalls Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Auch Kenyatta streitet die Vorwürfe ab.