Die Bundeswehr wehrt sich gegen Vorwürfe der "Sunday Times". In einem Bericht hatte es geheißen, Nato-Soldaten hätten ihre afghanischen Kameraden im Kampf zurücklassen müssen, weil deutsche Sanitätshubschrauber nachts nicht fliegen dürften.
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Ein Soldat des deutschen ISAF-Kontingents in Mazar-i-Scharif in Afghanistan Foto: dpa
Unter der Überschrift "For us ze war is over by tea time, ja" erhob die Sunday Times schwere Vorwürfe gegen die Bundeswehr: Weil die Bestimmungen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz es so vorsehen würden, flögen die deutschen Piloten der Sanitätshubschrauber schon am frühen Nachmittag los, um bei Sonnenuntergang zurück an ihrem Stützpunkt zu sein - egal, ob sich Soldaten anderer Nationen gerade in einer Schlacht befänden oder nicht.
Die Weigerung der deutschen Piloten, im Dunkeln zu fliegen, beeinträchtige laut Sunday Times die Operation "Desert Eagle" erheblich: Beispielsweise hätten bei einem Vorfall im Nordwesten Afghanistans norwegische Soldaten ihre afghanischen Kameraden im Kampf gegen rund 40 Taliban zurücklassen müssen. Die Deutschen sollen sich angeblich mitten im Gefecht aus dem Staub gemacht haben. Weil die deutschen Hubschrauberpiloten die medizinische Versorgung der Nato-Bodentruppen sicherten, seien die Norweger gezwungen gewesen, die afghanischen Kameraden zurückzulassen.
Ein norwegischer Offizier wurde mit den Worten zitiert: "Es ist hoffnungslos. Wir haben die bösen Jungs angegriffen, und dann sind die Helikopter um drei oder vier Uhr abgeflogen. Wir mussten zurück zu unserer Basis. Wir hätten norwegische Hubschrauber zur Verfügung haben sollen. Die können wenigstens bei Nacht fliegen."
Die 600 afghanischen Polizisten und Soldaten hätten den Rückzug antreten müssen, nachdem sie von ihren westlichen Verbündeten zurückgelassen worden waren. Erst am nächsten Tag hätten sie US-Unterstützung erhalten.
Die Bundeswehr bestreitet die Vorwürfe vehement: Es gebe keinerlei Nachtflugverbote oder Verweigerung von Nachtflügen seitens der deutschen Piloten: "Sie können nachts fliegen und fliegen nachts auch", sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr zu sueddeutsche.de. Nur Sandstürme würden die deutschen Sanitätshelikopter gelegentlich am Abheben hindern - "aber dann können auch die Amerikaner nicht fliegen".





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