Clinton versus Obama: Der Chef der US-Demokraten, Howard Dean, dringt im Duell der demokratischen Präsidentschaftsbewerber auf eine rasche Entscheidung.

Hillary Clinton Barack Obama USA US-Vorwahlen afpBild vergrößern

Hätte laut eine Umfrage gute Chancen, gegen den Republikaner McCain zu gewinnen: Hillary Clinton Foto: AFP

Der Chef der US-Demokraten, Howard Dean, hat an seine Partei appelliert, das Duell zwischen Barack Obama und Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur schnell zu beenden. Die Entscheidung müsse nach dem Ende der Vorwahlen im Juni fallen.

Bis dahin müssten die sogenannten Superdelegierten wissen, wen der beiden Bewerber sie unterstützen, sagte Dean in einem Interview des US-Fernsehsenders NBC am Montag. Er rief die Partei zur Einheit auf.

Rund 500 der insgesamt knapp 800 Superdelegierten hätten sich bereits entschieden, sagte Dean. "Die übrigen 300 werden es bis Juni tun." Zugleich fügte er hinzu, bei vorherigen Nominierungen hätten sich die "Superdelegierten" stets für denjenigen Kandidaten entschieden, der bei den Vorwahlen die meisten Delegierten gewinnen konnte. Dean sagte nicht ausdrücklich, dass dies derzeit Obama wäre.

"Die Superdelegierten können wählen, wen sie wollen", fügte er hinzu. Es gilt als sicher, dass weder Obama noch Clinton beim Nominierungsparteitag Ende August mit einer Mehrheit der gewählten Delegierten rechnen kann. Obama hat bisher rund 1.690 Delegierte hinter sich gebracht, Clinton rund 1.550 Delegierte. 2.025 Delegiertenstimmen werden für die Nominierung benötigt.

Daher dürfte die letzte Entscheidung in den Händen der rund 800 "Superdelegierten" liegen, das sind zumeist hohe Parteifunktionäre, die nicht an die Entscheidung der Basis gebunden sind.

Nach einer neuen Umfrage hätte jedoch momentan Hillary Clinton bessere Chancen als Rivale Obama, den Republikaner John McCain bei der US-Präsidentenwahl im November zu schlagen. Die demokratische Senatorin kommt in einer am Montag veröffentlichten Erhebung der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im direkten Vergleich mit McCain auf 50 Prozent. 41 Prozent der Befragten sprachen sich bei dieser Konstellation für McCain aus.

Obama liegt dagegen im direkten Vergleich mit dem republikanischen Senator aus Arizona praktisch Kopf-an-Kopf. 46 Prozent der Befragten sprachen sich bei diesem hypothetischen Duell für Obama aus und 44 Prozent für McCain.

Die nächsten Vorwahlen der Demokratischen Partei finden am 6. Mai in Indiana und in North Carolina statt. In North Carolina, wo 115 Delegiertenstimmen zu holen sind, gilt Obama als Favorit. In Indiana mit 72 Delegierten liegen er und seine Konkurrentin Hillary Clinton Kopf an Kopf.

(AP/dpa/dmo)