Sicherheit ist im Irak längst ein sehr profitables Geschäft, das auch ein paar wilde Kerle nicht stören können.
Private Sicherheitfirmen werden in Bagdad immer wieder in Schießereien verwickelt. Foto: afp
Die Sache ist höchst unerquicklich für die Amerikaner. So sehr, dass Außenministerin Condoleezza Rice am Montagnachmittag zum Telefon griff und dem ansonsten von ihr nicht gerade geschätzten irakischen Premierminister Nuri al-Maliki persönlich ihr Bedauern mitteilte.
Sie versprach eine Untersuchung des Vorfalls, der mindestens acht Irakern das Leben gekostet hat. Am Sonntag hatten bewaffnete Angestellte der amerikanischen Sicherheitsfirma Blackwater nach einer Bombenexplosion in einer belebten Straße in Bagdad das Feuer auf angebliche Angreifer eröffnet - zum Selbstschutz, wie ein Firmensprecher sagt.
"Völlig ohne Grund", wie das irakische Innenministerium konstatiert. Die wilde Schießerei ist für die USA auch deshalb so peinlich, weil die Blackwater-Leute einen Konvoi amerikanischer Botschaftsleute begleiteten. Denn die Amerikaner haben den Schutz ihrer Diplomaten in Bagdad privatisiert. Das State Department hat diesen Schutz nie den - ohnehin überstrapazierten - US-Soldaten anvertraut.
Bereits 2003 bekam Blackwater den Auftrag. Das hat der Firma bisher 678 Millionen Dollar eingebracht. Auch das Pentagon setzt teilweise auf Blackwater und hat dafür fast 50 Million Dollar ausgegeben.
US-Botschafter Ryan Crocker wird ausschließlich von Blackwater-Leibwächtern geschützt, die stets in Konvois schwarzer, gepanzerter SUVs mit getönten Scheiben operieren, die in der Luft von kleinen wendigen AH-6-Helikoptern eskortiert werden. Crocker hatte erst vor wenigen Tagen den Schutz "unverzichtbar" genannt.
Es war nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Im Gegenteil. Die privaten Sicherheitsdienste sind bei den Irakern tief verhasst, weil die Männer oft wie rücksichtslose Rambos auftreten und für Fehlverhalten nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
Blackwater hat unter diesen Firmen offenkundig das längste Sündenregister. "Blackwater hat viele Fehler gemacht, die Menschenleben gekostet haben. Aber dieser war der letzte und größte Fehler", sagt der Sprecher des Innenministeriums, Abdul-Karim Khalaf.
Im Mai war es sogar zu einem Feuergefecht zwischen Blackwater-Angestellten und Einheiten des Innenministeriums vor dem Ministeriumsgebäude in Bagdad gekommen, das erst durch das Eingreifen regulärer US-Truppen beendet wurde.
Das Wall Street Journal berichtete von einem Zwischenfall vergangene Weihnachten in der sogenannten Green Zone, dem schwergeschützten Regierungsbezirk in Bagdad.
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