Giuliani, Romney, Huckabee, McCain oder Thompson? Bei den Republikanern fehlt im US-Wahlkampf noch ein klarer Favorit.
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Rudy Giuliani führt bei den Umfragen. Foto: AFP
Fünf können es noch schaffen. Obwohl im Oktober schon alles entschieden schien. Da hatte sich das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur zu einem Dreikampf verengt.
Rudy Giuliani, der als New Yorks früherer Bürgermeister seit dem 11. September 2001 den Mantel eines Helden trägt, führte in allen nationalen Umfragen. Allein Mitt Romney, der mit viel Geld und rechtem Profil gewappnete Ex-Gouverneur von Massachusetts, räumte man noch eine Chance ein.
In Lauerstellung lag zudem Fred Thompson, 65, gleichermaßen kerniger konservativer US-Senator wie auch Filmschauspieler. Aber Thompsons laue Kampagne offenbarte schon damals Symptome politischer Siechtums.
Dann kam, wie aus dem Nichts, Mike Huckabee. In TV-Debatten der republikanischen Aspiranten gefiel der Baptistenprediger aus dem Südstaat Arkansas mit schlagfertigem Witz.
"Christlicher Führer"
Hinter den Kulissen knüpfte er als "christlicher Führer" (Werbespot) Bande mit der rechts-religiösen Parteibasis. Die mobilisiert in Iowa knapp die Hälfte aller Caucus-Teilnehmer. Ein Sieg im Mittleren Westen würde Huckabee, den Underdog ohne außenpolitische Erfahrung, endgültig zum ernsthaften Anwärter machen.
Huckabee würde so die Strategie von Mitt Romney durchkreuzen. Der 60-jährige Macher - reich geworden als Manager eines Hedge-Fonds und Retter der Olympischen Spiele von Salt Lake City 2002 - hatte darauf gebaut, mit frühen Siegen in Iowa und New Hampshire zu punkten. Nun strauchelt er.
Evangelikale Wähler verübeln Romney, dass er als Gouverneur einst Abtreibungen und schwule Lebensgemeinschaften duldete. Zudem ist er Mormone, für viele Christen also Anhänger eines "obskuren Kults".
Wiedererstarkt ist John McCain, mit 71 Jahren der Senior im Feld. Bis September schien es, als müsse der US-Senator seinen Traum vom Oval Office abschreiben - mangels Geld.
Krise in Pakistan wird McCain Auftrieb geben
Seither profitiert der Bush-Kritiker davon, dass die von ihm mitgeprägte Militärstrategie im Irak Erfolge zeigt. McCain wuchert mit dem Nimbus des Vietnamkriegshelden und der außenpolitischen Erfahrung. Die Krise in Pakistan wird ihm Auftrieb geben.
Und Giuliani? Der New Yorker setzt alles auf Florida. Erst Ende Januar wählt der Sonnenstaat. Bis dahin muss der 63-Jährige, vergleichsweise moderate Giuliani hoffen, dass kein Konkurrent einen zu großen Vorsprung ergattert. Und bangen, dass seine (zuletzt durch allerlei alte Skandälchen beschädigte) Popularität nicht weiter abschmilzt.
(SZ vom 31.12.2007/dmo)
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