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    Scholz im Bundestag

    29.11.2007, 12:34

    Von Thorsten Denkler, Berlin

    Bei seinem ersten Auftritt als Arbeitsminister im Bundestag hat Olaf Scholz keine Berührungsängste mit der Vergangenheit, die ihn einst den Job gekostet hat. Noch mutiger mutet das an, was er sich für die Zukunft vorgenommen hat.

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    Olaf Scholz lieferte einen selbstbewussten ersten Auftritt als Arbeitsminister (Foto: ddp)

    Sich "stehend unterhalten". Franz Müntefering hat diesen Ausdruck geprägt. Er steht für Ärger, Streit und Konfrontation in der Großen Koalition. Müntefering hat ihn häufiger nach Koalitionsrunden im Kanzeramt benutzt. Heute haben sich Angela Merkel und ihr neuer Arbeitsminister Olaf Scholz stehend unterhalten. Diesmal aber wurde gelächelt, wurden Hände geschüttelt und Scholz bekam einen lobenden Klaps auf die Schulter.

    Wohl auch für seine erste Rede als Arbeitsminister. Keine leichte Aufgabe für Scholz. Sie fällt mitten in die Haushaltsberatungen. An den Vorbereitungen war Scholz nur im Endspurt beteiligt. Bundespräsidnet Köhler hat ihn ja gerade vor einer Woche zum Arbeitsminister ernannt.

    Aber Scholz machte nicht den Eindruck, als würde er fremdeln. Im Gegenteil. Er ist von Beruf Arbeitsrechtler. Er hat wesentliche Teile der Agenda 2010 mitgestaltet. Er fühlt sich wie "endlich angekommen", hat er dem Spiegel gesagt.

    Jetzt steht er da, am Ziel seiner Wünsche. Ein Minister, der mit 124 Milliarden Euro den größten Einzeletat im Bundeshaushalt zu verantworten hat. Er präsentiert die neuesten, noch besseren Arbeitsmarktdaten. Er lobt die Agenda 2010. Eine Reform, von der man heute sagen könne: "Wir waren erfolgreich." Er verteidigt die Rente mit 67 und verteufelt Forderungen nach der Rente mit 70 oder 77: "Wir haben mit der Rente mit 67 unsere Hausaufgaben gemacht".

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    Stolperstein Agenda

    Als großer Redner ist Scholz nicht bekannt geworden. Es gibt einen Satz von ihm, der ihm heute noch nachgetragen wird. Der Satz lautet in etwa so: Die Sozialdemokraten müssen die "Lufthoheit über die Kinderbetten" erlangen. Das war zu martialisch. Dann kamen Sätze hinzu, die Scholz nach dem Motto bildete: ein paar Formeln zu den Ohren rein, mehr oder weniger sinnentleerte, aber immer gleiche Sätze zum Munde wieder raus. So handelte sich der Hamburger den Spitznamen "Scholzomat" ein.

    Das ist schon ein paar Jahre her. Scholz war damals noch Gereralsekretär der SPD. Wegen der Agenda 2010 und der unglücklichen Art, wie er sie zu vermitteln versuchte, musste er das Amt bald räumen. Aber er gilt als hochintelligenter und gewiefter Politiker.

    Die SPD konnte es sich nicht leisten, ihn ganz auszusortierten und parkte ihn seit 2005 in der Position des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der Fraktion. Als solcher stand er nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit, und konnte im Stillen Strippen ziehen. Und er zog sie gut.

    Nicht zuletzt deswegen ist Scholz seit vergangenem Donnerstag Arbeitsminister. Ein Amt, das ihm wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint.

    Ambitionierte Zukunftsziele

    Es ist ein bis in die wenigen verbliebenen Haarspitzen selbsbewusster Olaf Scholz, der da heute seinen Auftritt hat. Er verpackt in der Rede einige Vorstellungen, die andere wohl als visionär bezeichnen würden: "Niemand in der Welt darf berichten können, er organisiere den Arbeitsmarkt besser als in diesem Land", sagt Scholz etwa.

    Lesen Sie im zweiten Teil, welchen Pflock Scholz bei einem zentralen Streitthema der Koalition einschlägt.

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    Leserkommentare (21)



    30.11.2007 10:05:55

    Viva2: Tja, wenn das so ist, da kann man wohl nur noch

    das Sprichwort zitieren:

    Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber


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