Der CSU-Chef hat seine heftig kritisierten Aussagen über das Wahlverhalten der Ostdeutschen nochmals verteidigt und eine Entschuldigung abgelehnt. Derweil sind neue, ähnliche Äußerungen Stoibers bekannt geworden.

Der bayerische Ministerpräsident attackierte laut Medienberichten am 5. August bei einer Kundgebung in Deggendorf das neue Linksbündnis und verglich dabei PDS-Wähler mit Kälbern. Ein Sprecher Stoibers bestätigte inzwischen die Äußerungen.

Laut Spiegel erzählte Stoiber in Niederbayern von seinen Auftritten in Jena und Eisenach, wo er die dortigen Zuhörer gefragt habe: „Seid ihr euch bewusst: Ihr habt hier Plakate mit Lafontaine. Und der Mann, der im Grunde genommen gegen die Wiedervereinigung war, den feiert ihr jetzt als Helden? Ja, seid ihr denn verrückt geworden? Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“

Nach einer kleinen Pause, die in Deggendorf von Gelächter und Bravo-Rufen gefüllt war, fuhr Stoiber fort: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle das auf dem Marktplatz richtig verstanden haben. In Bayern mit Sicherheit.“

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Edmund Stoiber bei einer Rede im Juni 2005 Foto: dpa

Auch der Passauer Neuen Presse bestätigten mehrere Teilnehmer das Zitat mit dem Kälber-Vergleich. Auf einer anderen Wahlkampfveranstaltung hatte Stoiber zuvor gesagt, er akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, „wer in Deutschland Kanzler wird“. Die „Frustrierten“ könnten nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen.

Ein Sprecher Stoibers sagte, Stoiber warne bei allen Wahlkampfveranstaltungen, im Westen und auch im Osten, mit deutlichen Worten vor den negativen Folgen einer Wahl der PDS.

Vor allem befürchte der CSU-Chef eine Schädigung des Ansehens der Bundesrepublik im Ausland und erhebliche negative Folgen für die Wirtschaft. „Das von Stoiber gebrauchte Zitat macht diese Warnung deutlich“, sagte der Sprecher.

(sueddeutsche.de/AP)