In einem TV-Interview sorgte Irans Präsident Ahmadinedschad für Furore, weil er sich positiv über eine Zwei-Staaten-Lösung für die Palästinenser äußerte. Ein großes Missverständnis, relativiert Teheran nun.

Ahmadinedschad, ReutersGrossbild

Mahmud Ahmadinedschad: "Was der Präsident gesagt hat, ist meilenweit von dem entfernt, was die westlichen Medien mit soviel Ekstase berichtet haben." (Foto: Reuters)

Eine angebliche Zustimmung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu einer Zwei-Staaten-Lösung in Nahost ist von Teheran umgehend als "total verzerrte" Auslegung relativiert worden.

"Was der Präsident gesagt hat, ist meilenweit von dem entfernt, was die westlichen Medien mit soviel Ekstase berichtet haben", schrieb die staatliche Agentur IRNA am Montag in einer Sondermeldung.

Der US-Fernsehsender ABC hatte am Sonntag auf seiner Internetseite berichtet, laut Ahmadinedschad könnte Iran eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt akzeptieren. Nach Darstellung von IRNA hatte Ahmadinedschad zu ABC gesagt: "Was immer die Palästinenser entscheiden, werden wir unterstützen. Wir wollen nichts bestimmen, denn es ist das Recht der Palästinenser, über ihr Schicksal zu bestimmen. Wir erwarten jedoch, dass auch andere Regierungen dieses Recht der Palästinenser respektieren werden."

Auch Beobachter in Teheran sind der Auffassung, dass die Aussage Ahmadinedschads in dem ABC-Interview nur eine Bekräftigung der iranischen Nahostpolitik und kein Kurswechsel sei.

"Wenn Ahmadinedschad von Palästinensern redet, dann meint er damit alle Palästinenser, einschließlich der Flüchtlinge, und dies im Rahmen eines Referendums", sagte ein iranischer Universitätsprofessor in Teheran.

Der iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei hat mehrmals betont, dass die Palästina-Frage nur durch ein Referendum, an dem auch alle palästinensischen Flüchtlinge teilnehmen sollten, zu einem fairen Ergebnis führen könnte. Nur das Ergebnis eines solchen Referendums, auch falls es eine Zwei-Staaten-Lösung sein sollte, würde von Teheran voll und ganz respektiert werden.

(dpa/gba)

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Leserkommentare (5)



27.04.2009 19:00:39

LilaLiechtenstein:

Wer hat denn da jetzt das sagen im Iran?


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