Nach Angaben der Umweltgruppe German Watch kann Deutschland dieses Jahr schon seine Klimaschutzziele nach dem Kyoto-Protokoll erreichen - geplant waren sie bis 2012.
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Deutschland bekräftigt weiter seine Vorreiterrolle beim Umweltschutz: (Archiv) Foto: AP
Deutschland könnte nach Berechnungen von Klimaexperten überraschend schon 2007 seine Klimaschutzziele nach dem Kyoto-Protokoll erreichen. Zu erwarten sei im laufenden Jahr ein Rückgang der Emissionen um mindestens drei bis vier Prozent und damit "mit ziemlicher Sicherheit die zugesagten 21 Prozent Reduktion gegenüber 1990", erklärte die Umweltgruppe German Watch. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel äußerte sich zurückhaltend: "Das will ich erst einmal sehen.“ Die Grünen warnten, die Bundesregierung dürfe sich darauf nicht ausruhen.
Klimaexperte Christoph Bals, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt, begründete die Prognose mit dem starken Rückgang des Energieverbrauchs in Deutschland in diesem Jahr. In den ersten drei Quartalen war dieser nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um 7,5 Prozent gesunken.
Dabei sank der Verbrauch an Mineralöl um 10 Prozent, der an Erdgas um 11,6 Prozent. Werden weniger fossile Brennstoffe verfeuert, sinken auch die Emissionen. Gleichzeitig stieg wegen außergewöhnlich guter Windbedingungen die Produktion an Windstrom um knapp 60 Prozent.
Auf der 3. Klimakonferenz in Kyoto 1997 haben die Vertragsstaaten das sogenannte Kyoto-Protokoll verabschiedet. In dem Protokoll verpflichten sich laut Bundesumweltministerium die Industriestaaten verbindlich, ihre gemeinsamen Emissionen der sechs Treibhausgase im Zeitraum 2008 bis 2012 um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.
Dabei haben sich die einzelnen Länder zu unterschiedlichen Emissionsbegrenzungen verpflichtet: Deutschland minus 21 Prozent (die letzte offizielle, bei den Vereinten Nationen erfasste Zahl sind 18,4 Prozent Rückgang bis zum Jahr 2005) , Großbritannien minus 12,5 Prozent und die USA minus 7 Prozent.
Die positive Entwicklung 2007 ist allerdings laut Bals hauptsächlich Sondereffekten geschuldet: So trug der extrem milde Winter dazu bei, dass wenig geheizt wurde; wegen der Mehrwertsteuererhöhung Anfang des Jahres zogen viele Verbraucher ihren Heizölkauf ins Jahr 2006 vor. Die hohen Öl- und Gaspreise boten einen Anreiz zum Sparen. Kurzfristige Entwicklungen solle man nicht überbewerten, betonte Bals. Stützen lasse sich der Trend nur mit verbindlichen und langfristigen Maßnahmen.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast betonte: "Deutschland darf sich nicht auf den Kyoto-Zielen ausruhen.“ Die große Herausforderung für den Klimaschutz komme jetzt erst. "Bis 2020 müssen wir 40 Prozent Kohlendioxid gegenüber 1990 reduzieren: Das geht nur mit konkreten Maßnahmen.“
(AP/sueddeutsche.de/dawa)





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