Einsam in Berlin
Dalai Lama besucht Deutschland
08.05.2008, 17:56
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Im vergangenen September empfing Kanzlerin Merkel den Dalai Lama in Berlin. (Foto: ddp)
Wenn der Dalai Lama auf Reisen geht, so kann er sich für gewöhnlich über mangelnde Gastfreundschaft nicht beklagen. Ob in den USA, Australien, Frankreich oder Österreich - Präsidenten, Premierminister und Kanzler haben das geistliche Oberhaupt der Tibeter begrüßt. Auch in Deutschland empfing Angela Merkel den Dalai Lama im Kanzleramt. Ein gutes halbes Jahr ist seitdem vergangen, und der Tibeter hat sich wieder angesagt. Nur fällt der Empfang diesmal deutlich kühler aus. Kein Mitglied der Bundesregierung will ihn sehen.
Bundeskanzlerin Merkel ließ sich entschuldigen. Sie weilt während des Ende kommender Woche beginnenden Besuches weit weg, nämlich in Lateinamerika. Unglücklich ist sie darüber wohl nicht, hatte die letzte Begegnung mit dem Mann im Mönchsgewand ihr doch eine Menge Ärger mit der chinesischen Führung eingebracht. Nun hat der Friedensnobelpreisträger um ein Treffen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier ersucht - und sich eine Abfuhr geholt.
Undiplomatische Antwort aus dem Auswärtigen Amt
"Im Rahmen des Besuchs des Dalai Lama ist kein Treffen mit dem Bundesaußenminister geplant", teilte sein Amt trocken und ohne diplomatischen Hinweis auf terminliche Schwierigkeiten mit. Eine Begründung für die Absage sei nicht gegeben worden, beschwert sich Tseten Chhoekyapa, der Vertreter des Dalai Lama für Mitteleuropa. Wegen der dramatischen Lage in Tibet und der Gewalt gegen die Aufständischen sei dem Dalai Lama das Treffen wichtig gewesen.
Eine "sehr unglückliche" Entscheidung sei daher die Absage. "Das ist die falsche Politik und wir glauben, dass sie nicht im Einklang mit der öffentlichen Meinung in Deutschland steht", sagt Chhoekyapa.
Damit hat der Tibeter wohl recht. Der Dalai Lama erfreut sich in Deutschland der Beliebtheit eines Popstars und wird auch diesmal wieder bei Auftritten in Bochum und anderen Städten viele Menschen anziehen. Treffen wird er auch Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie die Ministerpräsidenten Roland Koch und Jürgen Rüttgers von der CDU. SPD-Spitzenpolitiker aber wird der Dalai Lama nicht zu Gesicht bekommen.
Um den Empfang des Religionsführers im Kanzleramt hatte es einen Koalitionskrach gegeben. Außenminister Steinmeier sah darin eine unnötige Provokation Chinas - und verhehlte das auch nicht. Seine Meinung hat er nicht geändert, weshalb die Weigerung, den Dalai Lama zu empfangen, nicht überrascht. In der Tibetfrage setzt Steinmeier auf das Gespräch mit seinem chinesischen Kollegen und auf informelle Drähte zu Vertretern des Dalai Lama. Die Regierung in Peking will er nicht verprellen.
Grünen beklagen "Zeichen von Schwäche und Leisetreterei"
Beim Koalitionspartner stößt das auf wenig Verständnis. "Nachdem die chinesische Regierung selbst sich mit Vertretern des Dalai Lama trifft, sind Bedenken schwer zu begründen", kritisiert der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU). Er hat den Tibeter zu einem Treffen mit Ausschussmitgliedern aller Fraktionen eingeladen.
Das solle "ein Zeichen der Unterstützung setzen für die berechtigten Anliegen der Freiheit und der Selbstbestimmung im Rahmen der Ein-China-Politik", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Auch Grünen-Chefin Claudia Roth ist mit dem Dalai Lama verabredet. "Man muss nicht vorauseilend klein beigeben", moniert sie. Die Absage Steinmeiers sei "ein Zeichen von Schwäche und Leisetreterei". Der Dalai Lama freilich wird hörbar sein. Am 19. Mai ist eine Großveranstaltung vor dem Brandenburger Tor in Berlin geplant.
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![]() 15.05.2008 08:48:59 pbuh: SPD-Spitzenpolitiker aber wird der Dalai Lama nicht zu Gesicht bekommen. und Steini wird uns sein Gekusche wieder als superintelligenten Schachzug verkaufen, wetten dass. ![]()
![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
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