Der Konflikt zwischen London und Teheran spitzt sich zu: Großbritannien hat nach Informationen der BBC Belege dafür, dass Iran die 15 britischen Marinesoldaten aus irakischen Gewässern verschleppt hat - und will diese nun veröffentlichen.

Das Verteidigungsministerium bereite derzeit die Veröffentlichung von Satellitenbildern vor, aus denen klar ersichtlich sei, dass sich die Soldaten nicht in iranischem Hoheitsgebiet aufgehalten hätten, berichtete der Sender am Mittwoch.

Außenministerin Margaret Beckett will im Laufe des Tages vor dem Unterhaus eine Erklärung zu dem Fall abgeben.

Die Briten waren am Freitag vergangener Woche auf dem Grenzfluss Schatt el-Arab verschleppt worden, als sie ein Handelsschiff kontrollierten. Iran behauptet, dass sie sich illegal in iranischen Gewässern aufgehalten hätten.

Bislang bekamen britische Diplomaten keinen Zugang zu den 15 Soldaten. Auch ihr Aufenthaltsort ist nicht bekannt. Der Fall hat die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Großbritannien und Iran weiter verschlechtert.

"Provokative Erklärungen"

Noch am Dienstag hatte Iran die jüngsten Äußerungen des britischen Premierministers Tony Blair zu den Festnahmen der Seeleute kritisiert. Die "provokativen Erklärungen“ würden nicht weiterhelfen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammad Ali Hosseini, nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna.

"Die britischen Militärs sind illegal in iranische Gewässer eingedrungen“, sagte Hosseini. Die Ermittlungen liefen weiter. Vertreter der britischen Botschaft könnten die 15 Festgenommenen treffen.

Zuvor hatte sich Blair mit kaum verhüllten Drohungen in die Bemühungen um die Freilassung der 15 Marine-Soldaten und Seeleuten eingeschaltet. Vorerst beschränke sich seine Regierung darauf, Teheran auf "diplomatischen Kanälen“ klarzumachen, "dass diese Leute freigelassen werden müssen“, sagte Blair am Dienstag dem Fernsehsender GMTV. "Wenn das nicht funktioniert, müssen wir in eine andere Phase eintreten.“

(AFP/dpa/sueddeutsche.de)