SPD-Spitze distanziert sich weiter von Merkel

    Misstöne in der Großen Koalition

    19.07.2007, 9:00

    Die Bundeskanzlerin hat die Arbeit der Großen Koalition in ihrer Halbzeit-Bilanz am Mittwoch gelobt - in der SPD wird trotzdem weiter gemeckert. Generalsekretär Hubertus Heil hat in seiner Kritik an Merkel jetzt noch einmal nachgelegt.

    Hubertus Heil SPDGrossbild

    SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (Foto: AP)

    Trotz lobender Worte Angela Merkels für die Große Koalition hat die SPD deutliche Distanz zur Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden erkennen lassen. Besonders SPD-Generalsekretär Hubertus Heil legte in seiner Kritik nach: "Merkel sagt nicht, was sie für die Zukunft will. Sie lässt die Dinge einfach laufen", sagte er der Stuttgarter Zeitung.

    SPD-Chef Kurt Beck sagte, Schwarz-Rot werde zwar bis 2009 halten, aber es gebe "teilweise fundamental unterschiedliche Positionen". Sein Verhältnis zu Merkel sei "sachbezogen und vom Willen zur Zusammenarbeit geprägt. An manchen Stellen gibt es natürlich gravierende politische Unterschiede."

    Differenzen - etwa bei den sozialen Themen Mindestlohn, Kündigungsschutz, Mitbestimmung der Arbeitnehmer - gefährdeten nicht die Große Koalition, sagte Beck. "Das wird so weit gehen, dass wir halt manche Dinge in dieser Konstellation nicht machen können, die wir aber nicht aufgeben werden. Dennoch gibt es genug zu tun, was gemeinsam geht, so dass die Koalition deshalb nicht in Frage steht."

     
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    Heil sagte in Richtung Merkel: "Moderation in der Koalition ist wichtig, aber Klarheit und Verlässlichkeit in der eigenen Partei zu schaffen, auch." Auch er betonte: "Der Vorrat an programmatischen Gemeinsamkeiten - das gebe ich zu - ist zwischen CDU, CSU und SPD endlich. Aber der Vorrat an Aufgaben für die nächsten zwei Jahre ist noch riesig groß."

    In ihrer Halbzeit-Bilanz hatte Merkel am Mittwoch trotz mancher Misstöne die Arbeit der Großen Koalition gelobt. Die von der Kanzlerin reklamierten wirtschaftlichen Erfolge seien auch auf sozialdemokratischem Reform-Mut der rot-grünen Vorgängerregierung von Gerhard Schröder (SPD) zurückzuführen, so Heil. Es sei nun Aufgabe der Koalition, "dafür zu sorgen, dass dies nicht nur ein Aufschwung für wenige Menschen, sondern für alle wird".

    (dpa)

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    19.07.2007 12:23:00

    critico: Umfragen

    Man kann ja zu Umfragen stehen, wie man will.

    Aber bei dem dauerhaft anhaltenden Abwärtstrend der SPD (24%) stellt sich doch die Frage, ob hier noch eine Politik gemacht wird, die die Mehrheit der Deutschen mitträgt.

    Ich denke: Wohl kaum.

    Neuwahlen wären ein richtiger Weg.

    Unter der SPD rate ich inzwischen gar nichts mehr.

    Bei denen ist Hopfen und Malz verloren. Daran mögen auch die paar Gewohnheitswähler nichts ändern.


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