Quecksilber, Säuren und Blei

    Sondermüll in Deutschland

    22.01.2008, 17:02

    Von Julius Müller-Meiningen

    Die Einfuhr von giftigem Sondermüll steigt auf 2,3 Millionen Tonnen. Nur ein Teil des gefährlichen Abfalls kann auch weiterverarbeitet werden - und viel Müll landet unter der Erde.

    Müllverbrennung; ddpGrossbild

    Muellheizkraftwerk in Bremerhaven: Die Abfallimporte steigen - und mit ihnen auch die Einfuhr von Sondermüll. (Foto: ddp)

    Nach Angaben des Umweltbundesamtes gelangen immer mehr gefährliche Abfälle nach Deutschland. Während der Import von Hausmüll aus anderen Ländern sinkt, ist die Einfuhr von giftigem Sondermüll seit 2001 kontinuierlich angestiegen. Aus einer Statistik des Amtes geht hervor, dass im Jahr 2006 etwa 2,3 Millionen Tonnen gefährlicher Müll nach Deutschland gelangt sind. Gefährlicher Müll sind nach der Definition des Basler Übereinkommens, in dem die grenzüberschreitenden Transporte von Abfällen geregelt sind, zum Beispiel Säuren, Quecksilber, Blei, chemische Stoffe und Altöl.

    Wie berichtet, beliefen sich die Abfallimporte nach Deutschland 2006 auf knapp 18 Millionen Tonnen. Dabei handelt es sich vor allem um Stahlschrott. Ein Teil der gesamten Importmenge sind die genehmigungspflichtigen Abfälle, die 2006 etwa 5,6 Millionen Tonnen ausmachten. Ein Teil davon wird als "gefährlicher Abfall" bezeichnet.

    Hauptlieferanten des genehmigungspflichtigen, also bei den Behörden zu registrierenden Mülls sind die Niederlande, Italien und Irland. 300000 Tonnen wurden 2006 aus nicht-europäischen Staaten geliefert. Zu den in dieser Statistik erfassten Importen zählen auch Holzabfälle, Schlämme aus industriellen Verfahren und aus der Abwasserbehandlung, Gülle, Schlacken oder kontaminierter Bauschutt.

    Die Bundesländer, die 2006 am meisten genehmigungspflichtigen Müll aus dem Ausland aufnahmen, sind Nordrhein-Westfalen (zwei Millionen Tonnen), Niedersachsen (653000 Tonnen) Baden-Württemberg (462000 Tonnen) und Sachsen (444 000 Tonnen).

    Von den als gefährlich eingestuften und aus dem Ausland stammenden Abfällen werden laut Bundesumweltamt im Jahresdurchschnitt etwa 300000 Tonnen unterirdisch gelagert. "Der Großteil des genehmigungspflichtigen Mülls, etwa Altöl oder Lösungsmittel, wird weiterverarbeitet", sagte der für die Überwachung von Müllimporten zuständige Abteilungsleiter im Bundesumweltamt, Joachim Wuttke. Die unterirdisch zu lagernden Stoffe würden einerseits in ehemaligen Stollen zur Stabilisierung derselben deponiert oder in Salzgestein, also ehemaligen Salzbergwerken.

    Standorte dieser Stollen sind zum Beispiel die Untertagedeponie und ehemalige Kali-Grube Herfa-Neurode in Hessen, die Deponien in Bad Friedrichshall und Heilbronn in Baden-Württemberg, die Untertagedeponie Zielitz in Sachsen-Anhalt oder das ehemalige Salzbergwerk Sondershausen in Thüringen. Für die Lagerung verlangen die Betreiber der unterirdischen Deponien Gebühren, deren Höhe sich nach dem Stoff richtet.

    Die Behörden können dort stichprobenartig die korrekte Lagerung kontrollieren. Zudem sei ein Register angelegt, anhand dessen die Standorte der Altlasten nachverfolgt werden könnten. "Dort werden auch Stoffe registriert, die man in zehn Jahren wieder brauchen könnte, kontaminiertes Kupfer etwa", sagte Wuttke. Angesichts des steigenden Kupferpreises könnte das noch interessant werden.

    Insgesamt schätzt Wuttke die Zahl der derzeit in Deutschland gültigen Genehmigungen zur Müllablagerung auf "mindestens 2000" ein. Dazu kämen knapp über 400 Genehmigungen für den Transit durch Deutschland hindurch, etwa von den Niederlanden nach Dänemark oder von Polen nach Belgien.

    (SZ vom 23.01.2008/grc)

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    Leserkommentare (2)



    23.01.2008 12:34:59

    cashca: Giftmüll-Import!

    Ein skandal nach dem anderen

    hört denn das nie auf?

    wozu bezahlen wir eigentlich ein Heer von Abgeordneten?

    Dass sie sich Gedanken über Kriege machen?

    Oder dass sie unser Land korrekt regieren?

    Was hat de Dreck anderer Länder bei uns zu suchen?

    wie blöd sind wir eigentlich, Giftmüll vom Ausland bei uns aufzunehmen.

    Bei uns findet wirklich alles Aufnahme, was andere los werden wollen.

    wir helfen allen, nur nicht den eigenen Bürgern, alten und kindern.

    Wir kümmern uns um die ganze Welt , nur nicht um unsere eigenen Leute,

    Verrohende Jugend,-

    Kriminaltät

    überforderte Mütter--unsd Familien-

    Kindesmisshandlungen überall-

    Existenzbedrohung überall-

    Na ja klar- unsere Existenz hängt vom Hindukusch ab -

    von der Wohlfahrt für den Rest der Welt -

    von der Aufnahme von allem, was anderen im Wege steht-

    bis hin zur Abnahme von Giftmüll.

    Selbst dafür werden sie sicher eine- "sehr glaubwürdige " Erklärung haben.

    Man sollte diesen Müll neben dem Bundestag deponieren, damit sie ein wenig von dem Geschmack abbekommen.

    Einen Eindruck von ihrem Tun und Treiben.

    Deutschland im Treibsand?

    Wohl bekomms!


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