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Die Bundesregierung hat mit ihren Beschränkungen der Aufklärungsarbeit im BND-Untersuchungsausschuss gegen das Grundgesetz verstoßen, so Karlsruhe.

bundesverfassungsgericht karlsruhe dpa

Die Karlsruher Verfassungsrichter bei einer Urteilsverkündung. (Foto: dpa)

Die Bundesregierung hat mit ihren Beschränkungen der Aufklärungsarbeit im BND-Untersuchungsausschuss gegen das Grundgesetz verstoßen.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat einer Organklage von FDP, Grünen und Linksfraktion überwiegend stattgegeben.

Die eingeschränkten Aussagegenehmigungen für Zeugen im Ausschuss sowie die teilweise Sperre von angeforderten Akten verletze das Informations- und Untersuchungsrecht des Bundestags, heißt es in einem an diesem Donnerstag veröffentlichten Beschluss.

Die Bundesregierung hatte sich bei den Aussagen von Ministern und Beamten vor allem zu den Komplexen der verschleppten Khaled el-Masri und Murat Kurnaz auf einen "Kernbereich der exekutiven Eigenverantwortung" berufen.

Die Opposition sah die Arbeit des Ausschusses dadurch behindert. Das Karlsruher Gericht gab den Klägern recht: Sich pauschal auf die zulässigen Gründe zur Begrenzung des parlamentarischen Untersuchungsrechts zu berufen - wie das Staatswohl oder die exekutive Eigenverantwortung -, sei in keinem Fall ausreichend.

Kurnaz ist 2001 von den Amerikanern verschleppt worden und saß fast fünf Jahre in Guantanamo ein. Die Amerikaner boten angeblich informell die Freilassung nach Deutschland an - ohne Ergebnis.

Im Zentrum der Causa steht Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er war als Chef des Bundeskanzleramts in der fraglichen Zeit involviert - und will sich in Sachen Kurnaz nichts vorwerfen lassen.

Als Bundesaußenminister wirkte er dann in der großen Koalition, die es mit der Aufklärung offenbar nicht so hielt, wie es den Verfassungsrichtern idealerweise vorschwebt.

Die Entscheidung in Karlsruhe - sie ist auch als Rüffel für Steinmeier zu verstehen.

Der am 7. April 2007 eingesetzte BND-Untersuchungsausschuss sollte unter anderem die Beteiligung des BND bei CIA-Flügen mit Terrorverdächtigen via deutsche Flughäfen klären. Im Juni dieses Jahres wurde der Abschlussbericht vorgelegt.

(dpa/AP/odg/jja)

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Leserkommentare (54)



23.07.2009 15:29:32

U.T.: ...

...jaaaa, 'Kapitalfaschismus', hoch die Sprachschablonen, hoch die Vielfalt deutscher Sprakke, hoch die Feinheit der Analyse...

...schlage Neukonzeptionen vor:

Liberalna.zismus...

Imperialstalinismus...

Sozialdemokratobonapartismus...

...ach, odersonstirgendwas...

Seid doch mal kreatiefer!

Ansonsten, viel Spaß noch.


2 Besucher haben diesen Kommentar bewertet




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