Stoiber strebt Außenamt an

    Umzug nach Berlin

    26.06.2005, 12:51

    Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber will angeblich Außenminister in einer unionsgeführten Bundesregierung werden. Medienberichten zufolge soll sich der bayerische Ministerpräsident inzwischen für einen Wechsel ins Bundeskabinett entschieden haben.

    Edmund Stoiber

    Stoiber als Außenminister und CSU-Chef? (Foto: AP)

    Ein CSU-Sprecher wies den Bericht der Bild am Sonntag auf Anfrage zurück und sagte, ob der Parteichef eine unionsgeführte Bundesregierung von München oder Berlin aus unterstützen werde, stehe jetzt nicht zur Entscheidung.

    Bislang hatte Stoiber immer betont, er werde erst nach der Wahl über seine politische Zukunft entscheiden. In dem Zeitungsbericht heißt es jetzt unter Berufung auf Informationen aus der Unionsspitze, er habe Kanzlerkandidatin Angela Merkel versprochen, in eine von ihr geführte Bundesregierung zu wechseln. Stoiber wolle das Außenministerium übernehmen und gleichzeitig CSU-Chef bleiben.

    In diesem Fall wären schwierige Koalitionsverhandlungen mit der FDP zu erwarten, deren Fraktionschef Wolfgang Gerhardt bislang als sicherer Anwärter für eine Nachfolge von Außenminister Joschka Fischer galt.

    CSU strebt vier Ministerien an

    Dem Blatt zufolge will die CSU insgesamt vier Ministerien in einer unionsgeführten Bundesregierung für sich beanspruchen. Als neuester Name sei der des bayerischen Wissenschaftsministers und früheren CSU-Generalsekretärs Thomas Goppel als neuer Bundesumweltminister ins Gespräch gekommen. Schließlich habe Goppel bereits einmal in der bayerischen Landesregierung die Position des Umweltministers bekleidet, heißt es dazu.

    Der stellvertretende CSU-Vorsitzende und ehemalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer sei dagegen am Arbeitsministerium interessiert. Ein Wechsel ins Bundeskabinett komme für den bayerischen Landesvorsitzenden des Sozialverbands VdK aber nur in Frage, wenn die neue Regierung einen sozialverträglichen Kurs einschlage. Gesundheitsminister wolle Seehofer, der das Unionsmodell einer einheitlichen Kopfprämie für alle Versicherten ablehnt, nicht noch einmal werden.

    (AP/sueddeutsche.de)

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