Barack Obama liegt im Duell mit Hillary Clinton nach ersten Auszählungen im Bundesstaat Wyoming vorne. Unmittelbar zuvor hat ihn ein republikanischer Kongressabgeordneter aggressiv angegriffen: Bei einer Wahl Obamas zum Präsidenten würden "die Terroristen vor Freude auf den Straßen tanzen."
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Senator Obama bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wyoming. Foto: AFP
Der demokratische Senator Barack Obama hat bei den parteiinternen Abstimmungen über den Präsidentschaftskandidatur im US-Bundesstaat Wyoming nach Auszählung von etwa zwei Dritteln der Stimmen deutlich die Führung übernommen. Obama führe mit 58 Prozent gegen 41 Prozent, berichtete der US-Nachrichtensender CNN am Samstag.
Knapp 60 000 eingeschriebene Anhänger der Partei waren aufgerufen, sich bei sogenannten Caucus (Parteiversammlungen) zwischen Obama und Clinton zu entscheiden. Die Parteiversammlungen waren am Samstag dem CNN-Bericht zufolge ungewöhnlich stark besucht. Während 2004 nur einige hundert Parteihänger gekommen waren, seien es diesmal viele tausend.
Wyoming ist traditionell ein konservativer Bundesstaat, in dem bei den letzten zehn Präsidentschaftswahlen stets der republikanische Kandidat gewann. Der Kandidat der Republikaner für die US-Präsidentschaftswahl am 4. November steht mit Senator John McCain schon fest.
Unmittelbar vor der Abstimmung in Wyoming hat ein republikanischer Kongressabgeordneter den Senator aus Illinois aggressiv angegriffen. Nach Worten des Abgeordneten würden islamische Terroristen im Fall eines Wahlsiegs von Barack Obama bei der US-Präsidentschaftswahl aus Freude "auf den Straßen tanzen". Ein Sprecher Obamas erklärte, derartige Kommentare "haben keinen Platz in unserer Politik".
Der Abgeordnete aus Iowa, Steve King, stützte sich bei seiner Vorhersage auf das Wahlkampfversprechen des Senators, die US-Truppen zügig aus dem Irak abzuziehen, auf Obamas Mittelnamen Hussein und auf den kenianischen Vater des Senators.
"Die radikalen Islamisten, die al-Qaida, würden in größerer Zahl auf den Straßen tanzen, als sie dies am 11. September getan haben, denn sie würden sich zu den Siegern in diesem Krieg gegen den Terror erklären", sagte King am Freitag in einem Interview mit der Zeitung Daily Reporter in Spencer. "Sein (Obamas) Mittelname zählt doch. Er zählt, weil man eine Bedeutung hineinliest."
Der Senator aus Illinois hat im Wahlkampf mehrfach betont, dass er kein Muslim sei sondern ein "engagierter Christ". Seinen Mittelnamen Hussein vermeidet er.
Obama hatte sich nach zuletzt drei Niederlagen gegen Hillary Clinton um neuen Schwung für seine Kampagne bemüht. Bei den Parteiversammlungen in Wyoming. stehen zwar nur zwölf Delegiertenstimmen auf dem Spiel, im knappen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur kommt dem Staat im Nordwesten der USA jedoch Bedeutung zu.
Wyoming gilt normalerweise nicht als wichtiger Staat, aber er fällt zufällig für beide (Kandidaten) in eine gute Zeit“, sagte der Politikwissenschaftler Kenneth Bickers von der Universität von Colorado. „Beide müssen einen Sieg verbuchen. Beide brauchen jeden
Delegierten, den sie bekommen können.“ Beide Kandidaten setzen auf einen Sieg in Wyoming, um den Auftrieb für die Vorwahl am Dienstag in Mississippi zu nutzen. Die nächste größere Vorwahl folgt dann am 22. April in Pennsylvania.
Zwar hat Clintons Kampagne mit den jüngsten Erfolgen in Texas, Ohio und Rhode Island neuen Rückenwind erhalten. Doch selbst wenn sie alle ausstehenden Vorwahlen noch gewinnen würde, könnte sie Obama wohl kaum überholen. Umgekehrt dürfte auch Obama die für die Nominierung benötigten 2.025 Delegiertenstimmen bei den Vorwahlen nicht mehr erreichen. Zurzeit verfügt der Senator aus Illinois über 1.571 Stimmen, seine New Yorker Konkurrentin über 1.462.
Das spannende Duell treibt offenbar die Wähler in die Stimmlokale. An den Wählerversammlungen der Demokraten vor vier Jahren beteiligten sich im ganzen Staat Wyoming nur 675 Parteigänger. Diese Zahl dürfte in diesem Jahr um das Mehrfache übertroffen werden. In Wyoming leben 7.700 eingeschriebene Demokraten.
Obama war am Freitag in die Kritik geraten, nachdem seine außenpolitische Beraterin Samantha Power Clinton in einem Interview als „Monster“ beleidigt hatte. Die Harvard-Professorin und Pulitzer-Preisträgerin, die Obama unentgeltlich in der Außenpolitik beraten hatte, bedauerte öffentlich ihre Äußerung, und Obama distanzierte sich. Power zog sich aus dem Wahlkampf zurück. Zuvor hatte sie in einem Interview Obamas Irak-Politik indirekt in Frage gestellt.
(dpa/AP/jkr)

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