Bei einer Schießerei in Bagdad wurden acht Zivilisten getötet. Verantwortlich für das Blutbad soll die private US-Sicherheitsfirma Blackwater sein. Deren Mitarbeiter müssen nun das Land verlassen.

Irakische Regierung entzeiht Blackwater Lizenz

Private Sicherheitskräfte: Die US-Armee hat im Irak drei Sicherheitsfirmen engagiert. Foto: AP

Der Irak hat einer US-Sicherheitsfirma die Lizenz entzogen, weil sie an einer wilden Schießerei in Bagdad beteiligt gewesen sein soll. Wie ein Sprecher des irakischen Innenministeriums mitteilte, hatten Mitarbeiter des Unternehmens Blackwater auf einem Platz in der irakischen Hauptstadt auf Zivilisten geschossen, nachdem Granaten neben ihrem Fahrzeug eingeschlagen waren.

Acht Menschen wurden den Angaben zufolge getötet, darunter auch ein Polizist. 13 Personen seien verletzt worden. "Die Leute der Firma fuhren nur zufällig vorbei", sagte der Sprecher. Sie hätten wahllos das Feuer eröffnet. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden; gegen die Leute werde Klage erhoben, hieß es.

Das US-Militär bestätigte, eine Sicherheitsfirma sei an einem Zwischenfall beteiligt gewesen. Details wurden nicht genannt. Von Blackwater war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki verurteilte den Vorfall und kündigte an, die Täter zu bestrafen. "Wir werden die Arbeit der Sicherheitsfirma stoppen, die dieses Verbrechen begangen hat", sagte er im Staatsfernsehen. Der irakische
Innenminister Dschawad al-Bolani erklärte, ausländische Sicherheits- unternehmen müssten die irakischen Gesetze und das Recht der Iraker auf Unabhängigkeit in ihrem Land respektieren. "Diese Vorfälle sind mehr als einmal passiert, und wir können nicht länger schweigen", sagte er dem Fernsehsender al-Arabija.

Rice kündigt Untersuchung an

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat der irakischen Regierung nach der Schießerei in Bagdad ihr Mitgefühl für die Opfer übermittelt. Sie telefonierte deswegen am Montag mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki und kündigte an, dass der Vorfall sorgfältig untersucht werde.

Während die irakischen Behörden die Söldner für den Tod der unbewaffneten Einwohner verantwortlich machten, erklärte Blackwater, dass seine Angestellten angemessen auf einen feindlichen Angriff reagiert hätten.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, wandte sich gegen voreilige Schlussfolgerungen und sagte: "Es gab eine Schießerei. Wir glauben, dass es Verluste an unschuldigem Menschenleben gab. Das möchte niemand sehen. Aber ich kann Ihnen nicht sagen, wer dafür verantwortlich war."

Blackwater ist eine von drei privaten Sicherheitsfirmen, die vom US-Außenministerium den Auftrag haben, sein Personal im Irak zu schützen. Die beiden anderen sind Dyncorp and Triple Canopy. Der demokratische Abgeordnete Henry Waxman sagte, der Vorfall zeige die Risiken einer zu starken Abhängigkeit von privaten Sicherheitsfirmen.

Seine Parteifreundin Jan Schakowsky sprach sich dafür aus, dass der Kongress einen gesetzlichen Rahmen für die Tätigkeit der privaten Sicherheitsdienste schaffen sollte.

(AP/Reuters)