Schlagabtausch am Sonntagabend
TV-Duell zwischen Koch und Ypsilanti
20.01.2008, 20:15
Harmonie mit Händedruck: Hessens Ministerpräsident Roland Koch und SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti nach dem TV-Duell. (Foto: AP)
Für Roland Koch (CDU) ist es ein Start wie aus dem Bilderbuch: Zehn Minuten vor Beginn der Sendung steht der hessische Ministerpräsident in Anzug und Krawatte, fertig gepudert und mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen vor seinem Rednerpult.
Herausforderin Andrea Ypsilanti (SPD) hat hingegen Start-Schwierigkeiten: Als der Pulk von Fotografen und Kamerateams in das Studio gelassen wird, fuchtelt eine Maskenbildnerin noch mit einem breiten Pinsel in ihrem Gesicht herum. Das Lächeln von Ypsilanti wirkt gequält, ihre ganze Körperhaltung verrät höchste Anspannung.
Ironischerweise ist es genau fünf Minuten vor zwölf, als die Fotografen Koch und Ypsilanti zum Händedruck auffordern. "Kein Problem" sagt Koch und geht einen großen Schritt auf seine Herausforderin zu. Diese jedoch kommt dem Amtsinhaber nur widerwillig entgegen und lächelt erneut gequält - Souveränität sieht anders aus.
Zum Leidwesen Kochs werden die Zuschauer vor ihren Fernsehgeräten von diesen Szenen nichts mitbekommen. Die Sendung wird in den Studios des Hessischen Rundfunks zwar unter Live-Bedingungen aufgenommen, dann aber zeitversetzt am Sonntagabend ab 20.15 Uhr ausgestrahlt.
Kritikerin gegen Kronprinz
"Es steht Spitze auf Knopf im hessischen Landtagswahlkampf", beginnen die Moderatoren Alois Theisen und Claudia Schick um Punkt 12 Uhr die Aufzeichnung. Kurze Einspieler bringen den Zuschauern zunächst die Kandidaten näher. Auf der einen Seite Andrea Ypsilanti, die auf die Themen Energie, Bildung und Mindestlohn setze und sich "vor allem als Kritikerin der Agenda 2010" von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Namen gemacht habe. Auf der anderen Seite Hessens Ministerpräsident Roland Koch, der "Kronprinz der Kanzlerin", dessen Hauptwahlkampfthema die Jugend- und Ausländerkriminalität sei.
Die erste Frage geht an Ypsilanti. Moderator Theisen verweist darauf, dass ihr Parteifreund, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, am Sonntag davor gewarnt hat, die hessische SPD zu wählen. Theisen will wissen, "ob sich das Blatt jetzt gegen Sie wendet?"
Statt sich zu rechtfertigen geht Ypsilanti beeindruckend schnell in die Offensive. Clements Aussage zu ihrer Energiepolitik beweise doch nur, "dass wir uns mit der Atomlobby keine leichten Gegner ausgesucht haben". Sie verweist darauf, dass auch Roland Koch "für die Atomlobby spricht" und Clement "auf der Gehaltsliste von RWE steht, der kann nicht anders". Die Antwort sitzt, der Moderator stellt keine Nachfrage.
Nicht ganz so gut löst Amtsinhaber Roland Koch seine erste Aufgabe. Gefragt, ob er sich mit der von ihm angestoßenen Debatte über Ausländerkriminalität "nicht selbst ins Knie geschossen" habe, kommt er aus seiner Defensiv-Argumentation kaum heraus. Das Thema bewege die Menschen nun einmal, deshalb müsse man darüber reden, sagt er. Außerdem habe er keineswegs den Eindruck erwecken wollen, "dass Gewalt von Deutschen und Ausländern unterschiedlich schlimm sei". Echte Vorwärts-Verteidigung sieht anders aus.
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![]() 24.01.2008 12:48:29 Tante Polly: Ich muss mich korrigieren: sie sind zwar Schweizerin (aber iauch Amerikanerin, wie Sie selbst schrieben), leben jedoch in Österreich und mischen sich von dort aus aktiv in bundesrepublikanische Angelegenheiten ein. . Meine Frage: warum sind Sie nicht in "der schönen Schweiz" geblieben und warum meinen ausgerechnet Sie, dass mit ihrer aktiven Hilfe "das deutsche Volk" auf dem Wege der Reaktivierung von Nationalstolzempfindungen, Einzelhaft für delinquente Kinder und Jugendliche, obskuren Kinderrettungsstiftungen u.a. seltsamen "Engagements" , "Genesung" erlangen müsste? ![]()
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