Angesichts der schwierigen Lage in Afghanistan hat US-Präsident Bush die Partnerländer der Nato zu größerer Einsatzbereitschaft aufgerufen.

US-Präsident George Bush

Fordert mehr Engagement von den Nato-Verbündeten: US-Präsident George W. Bush Foto: AP

Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zeigte sich US-Präsident George W. Bush unzufrieden mit der Weigerung zahlreicher Nato-Länder, Truppen für Kampfeinsätze in Afghanistan bereitzustellen.

Er wolle die Partnerländer "überzeugen, dass sie eine größere Last übernehmen müssen und dass alle die gleichen Risiken tragen müssen", sagte Bush am Montagabend nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer auf seiner Ranch in Texas.

Die meisten Teilnehmer der Nato-Mission in Afghanistan (ISAF) haben den Einsatz ihrer nationalen Kontingente beschränkt - so etwa die Bundeswehr, die nicht an den Kampfeinsätzen in den Taliban-Hochburgen im Süden des Landes beteiligt ist. Die dortige Offensive gegen die radikalislamische Miliz wird vor allem von US-Truppen mit britischer und kanadischer Verstärkung getragen.

Innerhalb der Nato werben die USA seit längerem dafür, dass sich mehr Länder an dem gefährlichen Einsatz beteiligen.

Bush und De Hoop Scheffer äußerten bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz Bedauern über die gestiegene Zahl der zivilen afghanischen Opfer. Bush betonte, dass die Kampftaktik der Taliban daran Schuld sei. "Die Taliban umgeben sich mit unschuldigen Zivilisten", sagte der Präsident.

Er trauere mit den afghanischen Familien, die durch die Einsätze unschuldige Angehörige verloren hätten. Allein im vergangenen Monat waren bei Lufteinsätzen der Nato in Afghanistan mehr als 70 Zivilisten getötet worden.

(AFP)