NPD-Größe Leichsenring tödlich verunglückt

    Verkehrsunfall

    30.08.2006, 14:52

    Der 39 Jahre alte Rechtsextreme ist bei einem Überholmanöver mit einem Lkw kollidiert. Im Mai hatte Leichsenring in Anspielung auf die KZ-Transporte von "Sonderzügen" für Linke gesprochen.

    Uwe LeichsenringGrossbild

    Uwe Leichsenring (Foto: AP)

    Der parlamentarische Geschäftsführer der sächsischen NPD-Landtagsfraktion stieß nach Polizei-Angaben auf einer Bundesstraße bei Pirna bei einem Überholmanöver frontal mit einem entgegenkommenden LKW zusammen. Der Wagen sei durch die Wucht des Aufpralls in zwei Teile zerrissen worden.

    Uwe Leichsenring erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Der 59-jährige Lkw-Fahrer wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

    Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauerten an. Auf Antrag der Dresdner Staatsanwaltschaft soll Leichsenrings Leichnam obduziert werden, um die Identität zweifelsfrei zu bestätigen.

    Ein Sprecher der NPD-Landtagsfraktion bezweifelte, dass Leichsenrings Tod auf einen Unfall zurückzuführen sei. Er habe als sicherer Fahrer gegolten, sagte er. Leichsenring war Inhaber einer Fahrschule. Das Landeskriminalamt müsse den Unfallhergang genau untersuchen, forderte der Sprecher.

    NS-Reich als "Wohlfühldiktatur" bezeichnet

    Der aus Königstein stammende rechtsextreme Politiker hatte im Mai im Dresdner Landtag mit einem Eklat bundesweites Aufsehen erregt.

    Während einer Plenarsitzung forderte er in Anspielung auf die NS-Verbrechen während des Dritten Reiches indirekt neue Sonderzüge zu Konzentrationslagern für "Linksextremisten". Er wurde daraufhin wegen Volksverhetzung für drei Sitzungen des Parlaments ausgeschlossen, hatte aber mit einer Klage gegen diese Maßnahme vor dem Verfassungsgerichtshof in Leipzig Erfolg.

    Am Donnerstag sollte vor dem sächsischen Verfassungsgericht der Eklat um volksverhetzende Äußerungen Leichsenrings verhandelt werden.

    Leichsenring war einer der führenden Köpfe der sächsischen NPD, der er seit 1990 angehörte. Ihm gelang es durch sein bürgerliches Auftreten, seine Heimatstadt Königstein zu einer NPD-Hochburg auszubauen. Gleichzeitig pflegte er Verbindungen zu der gewaltbereiten, und mittlerweile verbotenen, Kameradschaft Skinheads Sächsische Schweiz.

    Das NS-Reich war für Leichsenring eine „Wohlfühldiktatur“, gemeinsam mit seiner Fraktion verweigerte er sich im Januar 2005 einer Gedenkminute für die NS-Opfer.

    (sueddeutsche.de/dpa/AFP/AP)

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