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Von R. Klüver

Sarah Palin gibt ihr Gouverneurs-Amt auf. Die Ex-Mitstreiterin McCains bereitet damit womöglich den Einstieg in die Bundespolitik vor - und eine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.

Sarah Palin, ReutersGrossbild

Sarah Palin gibt ihr Gouverneurs-Amt in Alaska auf. (Foto: Reuters)

Die Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, hat überraschend ihren Rücktritt erklärt. Sie werde ihr Amt Ende des Monats an ihren Stellvertreter Sean Parnell übergeben, kündigte sie auf einer Pressekonferenz in ihrem Heimatort Wasilla an.

Unmittelbar nach ihrer Erklärung setzten Spekulationen ein, was hinter dem unerwarteten Schritt der republikanischen Kandidatin für die Vizepräsidentschaft bei der Wahl 2008 stehen könnte. Erste Erklärungsversuche gingen dahin, dass sie sich für eine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in Stellung bringen und deshalb verstärkt nicht nur in Alaska, sondern im Rest der Vereinigten Staaten öffentlich präsent sein wolle.

Sie selbst sagte, dass sie sich zunächst entschlossen hatte, keine zweite Amtszeit anzustreben. Dann seien Überlegungen hinzu gekommen, dass sie nicht den Rest ihrer 2010 endenden Amtszeit aussitzen wolle. Sie wolle Alaska das Schauspiel eines politisch nicht mehr durchsetzungsfähigen Gouverneurs ersparen. "Leute, die mich ein bisschen kennen, wissen, dass für mich außer meiner Familie und meinem Glauben nichts wichtiger ist als Alaska." Die heute 45-Jährige hatte ihr Amt im Dezember 2006 angetreten.

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US-Wahlkampf Die Pannen der Sarah Palin Rahmen
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Ende August 2008 hatte sie der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, John McCain, überraschend zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin gemacht. Erst vor wenigen Tagen waren wieder Berichte durch die Medien gegangen, nach dem das Verhältnis Palins zu McCains engsten Beratern bereits vor ihrer Wahlniederlage im November zerrüttet war.

Palin selbst erklärte, sie habe alles erreicht, was sie sich an Reformen in Alaska vorgenommen habe. Sie könne nun "effektiver" außerhalb des Gouverneurspalastes wirken. "Ich habe nie geglaubt, dass man einen Titel braucht, um etwas bewirken zu können", sagte sie. Zudem wolle sie mehr Zeit mit ihrem kleinen Sohn Trig verbringen, der am Down-Syndrom erkrankt ist.

Unter politischen Beobachtern herrschte Rätselraten über die Hintergründe ihrer Entscheidung. Einige wiesen darauf hin, dass Palin ein Buch schreiben werde - allgemein wird das inzwischen als eine der Voraussetzungen für eine Präsidentschaftskandidatur gesehen. Sie brauche kein Amt, sondern könne sich auch so öffentliche Foren verschaffen.

Als erstes Beispiel könnte in der Tat der Zeitpunkt ihrer Erklärung gewertet werden. Keine andere Nachricht dürfte das wegen des Unabhängigkeitstags ansonsten nachrichtenarme Wochenende mehr beherrschen als ihre Ankündigung. Schon jetzt ist ihr Name fast allen Amerikanern geläufig. Das kann man von den anderen möglichen Aspiranten auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur nicht sagen.

(SZ vom 4. Juli 2009/segi)

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Leserkommentare (3)



06.07.2009 11:48:25

wolfgangm62: Gerücht nicht nachvollziehbar

Warum sollten die Amerikaner jemanden zum Präsidenten wählen, der mitten in der Amtszeit als Gouverneurin zurücktritt. Mit demselben Verhalten müssen doch die Amerikaner auch bei einer Präsidentschaft rechnen. Das kann kein Amerikaner wollen.


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