Roland Kochs Lager setzt in der Schlussphase des Wahlkampfes auf ein altes Thema: Die Hessen-CDU warnt nun vor einem "Links-Block" unter der SPD-Kandidatin Ypsilanti. Koch empfiehlt seinen polarisierenden Wahlkampfstil auch der Union im Bund.

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Harter Wahlkämpfer: Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Foto: AP

Vor vielen Jahren hat Helmut Kohl eine Bundestagswahl auch dank eines alten Rezeptes gewonnen: Wie weiland Konrad Adenauer die SPD als Handlanger Moskaus brandmarkte, beschwor das Kohl-Lager die Gefahr einer Regierungsbeteiligung der SED-Nachfolgepartei PDS.

Was damals als "Rote-Socken-Kampagne" gezogen hat, soll nun auch der Hessen-CDU den Wahlsieg bescheren. Generalsekretär Michael Boddenberg stellte nun in Wiesbaden ein neues Plakat vor, auf dem vor einem "Links-Block" in Hessen gewarnt wird: "Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen!"

Das Plakat nimmt Bezug auf die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti, den hessischen Grünen-Chef Tarek Al-Wazir sowie die hessische Linkspartei. Boddenberg sagte, es gehe bei der Wahl um die Entscheidung, ob Hessen künftig von einer bürgerlichen Mehrheit oder einem Linksbündnis regiert werde.

Die Union wolle mit ihrer Kampagne einen Einzug der Linkspartei in den Landtag verhindern: "Dabei bleiben wir bis zum letzten Tag." Ein zweites Plakat nimmt unter der Überschrift "Gewalt braucht eine harte Antwort" Bezug auf die Koch-Kampagne gegen Jugendkriminalität.

Boddenberg sagte zu den sinkenden Sympathiewerten in den Umfragen für Ministerpräsident Roland Koch, in der Schlussphase des Wahlkampfes stelle sich der Wähler die Frage, wer dieses Land besser regieren könne: "Da geht es nicht um Sympathie, da geht es um Kompetenz."

Koch: Polarisierung ist demokratieförderlich

Der Generalsekretär verwies auf das für Sonntag geplante TV-Duell zwischen Koch und Ypsilanti. Dort werde sich jeder Wähler ein Bild machen können, wer zu Themen wie Straßenbau, Bildung oder dem Ausbau des Frankfurter Flughafens die besseren Konzepte habe: "Das wird eine spannende Auseinandersetzung."

Derweil lobte Roland Koch seinen polarisierenden Wahlkampfstil als ein Modell für den Bund im kommenden Jahr. "Im Bundestagswahlkampf werden wir polarisieren müssen", sagte Koch der Berliner Zeitung. Beide Lager seien auf Bundesebene in etwa gleich groß und die Spitzenkandidaten beider Volksparteien würden auch ernst genommen.

Dies sei der Unterschied zu Niedersachsen, wo Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) einen präsidialen Wahlkampf führe, der scharfe Töne vermeidet. "Eine Situation wie in Niedersachsen wird man im Bund nicht haben", sagte Koch. "Es wird eine sehr heftige Auseinandersetzung werden 2009, da darf man sich keine Illusionen machen."

Koch machte deutlich, dass die Polarisierung demokratieförderlich sei, weil dadurch die Unterschiede der Parteien deutlicher zu Tage träten. "Ich glaube, dass ich der Demokratie nütze, indem ich sehr zuspitze und Probleme, die die Menschen bedrücken, wie die sich häufenden brutalen Gewalttaten jugendlicher Täter, anspreche", sagte Koch. "Die Wähler müssen sehen, dass sie entscheiden, zu welchem Bahnhof der Zug fährt."

(AP/AFP/odg)