CIA hält Nazi-Akten zurück

    Zeitgeschichte

    31.01.2005, 07:25

    Der US-Geheimdienst weigert sich offenbar, mit einer Arbeitsgruppe des Kongresses zu kooperieren. Doch die Unterlagen, die die CIA schon freigegeben hat, legen den Schluss nahe, dass die US-Regierung engere Kontakte zu Nazi-Kriegsverbrechern gepflegt hat, als bisher angenommen.

    Seit drei Jahren habe der Geheimdienst CIA die Aufforderung einer Arbeitsgruppe des US-Kongresses zurückgewiesen, auf der Basis eines Gesetzes von 1998 Hunderttausende von Seiten aus geheimen Nazi-Akten zugänglich zu machen, berichtete die New York Times.

    1,2 Millionen Seiten seien bislang frei gegeben worden. Aus ihnen gehe hervor, dass die CIA unter anderem verdächtige Kriegsverbrecher sowie Nazi-Kollaborateure angworben habe.

    Bei den restlichen Akten habe der Geheimdienst in manchen Fällen zugestimmt, Informationen über ehemalige Nazis zu liefern, aber nicht über das Ausmaß der Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

    In anderen Fällen habe der Geheimdienst die Herausgabe von Informationen über Personen und deren Verhalten im Krieg solange verweigert, bis die Arbeitsgruppe Beweise für deren Verstrickung in Kriegsverbrechen vorlegen konnte.

    Ein CIA-Sprecher wies nach Angaben der New York Times den Vorwurf zurück. Danach hält der Geheimdienst keinerlei Akten zurück, die im Zusammenhang mit der Arbeit der Kommission für Kriegsverbrechen stünden.

    (dpa)

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