Die Polizei hat bei mehreren G-8-Gegnern Körpergeruchsproben genommen - eine Methode, die früher die Stasi zur Dissidenten-Überwachung nutzte.
Riechen offenbar verdächtig: Protestierende G-8-Gegner Foto: AP
Die Polizei hat bei mehreren G-8-Gegnern Körpergeruchs-Proben genommen. "Das ist bei einzelnen Beschuldigten passiert", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Dienstag der Nachrichtenagentur AP.
Mit Hilfe der Geruchsproben sollen besonders abgerichtete Hunde Tatverdächtige wiedererkennen. Bei wie vielen Personen Proben genommen wurden, teilte die Bundesanwaltschaft nicht mit. Die Abnahme von Geruchsproben war bisher als Überwachungsmethode der Stasi für Dissidenten bekannt.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft ist der Beweiswert der Geruchsproben ungeklärt. "Einen Beweiswert im klassischen Sinn haben sie nicht. Wir sind aber der Meinung, dass sie einen Indizwert hat und in eine Gesamtwürdigung eingestellt werden kann", sagte der Sprecher der Karlsruher Behörde.
Zwei Wochen vor Eröffnung des G-8-Gipfels im mecklenburgischen Heiligendamm hat es in Berlin und Hamburg erneut Brandanschläge auf Autos gegeben. Die Polizei schloss in beiden Städten einen Zusammenhang mit Gewaltaktionen der linksextremem Szene gegen den G-8-Gipfel im Juni nicht aus.
In einigen Fällen wurden Bekennerschreiben gefunden, die sich auf diesen Termin bezogen. Im Mai wurden in Berlin bisher 15 Autos zerstört, allein am vergangenen Wochenende vier. Im laufenden Jahr 2007 waren es insgesamt 50.
Unterdessen warnen die Veranstalter der Großdemonstration am 2. Juni in Rostock vor Panikmache. Man rechne "fest mit einem friedlichen Verlauf" der Veranstaltung, sagte Werner Rätz vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac am Dienstag in Berlin.
Weder den Organisatoren noch der Polizei lägen Hinweise darauf vor, dass es bei der Demonstration zu Gewalttaten kommen werde. Werner Rätz nannte die Anschläge auf Autos "illegale Aktivitäten".
Die Veranstalter der Rostocker Auftakt-Demonstration rechnen mit 100.000 Teilnehmern. Diese Zahl findet sich bereits in der Anmeldung der Demo, die unter dem Motto "Gegenwind für G 8 - Eine andere Welt ist möglich" steht.
Die Mobilisierung für den Gipfelprotest laufe "sehr gut", sagte Rätz. Daran habe auch die Diskussion über die Bannmeile nichts geändert, die die Polizei rund um Heiligendamm errichtet.
Die Veranstalter eines Sternmarsches klagen vor dem Verwaltungsgericht Schwerin gegen die polizeiliche Verfügung. Sie würde Demonstranten vom 30. Mai an 200 Meter und vom 5. Juni an sogar mehrere Kilometer vor dem Sicherheitszaun stoppen, der das Tagungshotel Kempinski umgibt.
Attac-Aktivist Rätz kritisierte in diesem Zusammenhang die Haltung der Bundesregierung. Sie versuche den Protest zu unterbinden, während die Rostocker Polizeidirektion die Einschätzung des friedlichen Charakters der Demonstration teile. Rätz nannte dies eine "skurrile Situation".
Auch die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth bezeichnete die Sicherheitspolitik für den G-8-Gipfel als "undemokratisch". Es sei absurd, wenn Demokratie "ganz offensichtlich einen Zaun nötig hat, um sich vor den Menschen zu schützen", sagte Roth am Dienstag bei einer Protestaktion am Sicherheitszaun in Heiligendamm. "In Reichweite" der G-8-Staats- und Regierungschefs" müsse es möglich sein, seine Meinung zu äußern.





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