Bush: "Deutschland spielt eine entscheidende Rolle"

    Krieg gegen den Terror

    07.05.2006, 09:19

    Der US-Präsident hat die Deutschen in einem Interview gelobt: Deutschland sei ein "Partner in einer Führungsrolle". Dies sehe man im Atomkonflikt mit dem Iran. Zudem zeigte er Verständnis für das Nein der Deutschen zum Irak-Krieg.

    Dieckmann, dpa

    Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann bei US-Präsident Bush (Foto: dpa)

    US-Präsident George W. Bush sieht Deutschland als bedeutenden Partner im Kampf gegen den Terrorismus. „Deutschland spielt im Krieg gegen den Terror eine entscheidende Rolle“, sagte Bush der Bild am Sonntag .

    Es gebe eine enge Zusammenarbeit zwischen den Nachrichtendiensten und der Polizei. Wichtig sei auch der Wille des Landes. „Wenn sich die Bundeskanzlerin hinstellt und sagt, dass der Krieg gegen den Terror gewonnen werden muss oder wichtig für die Sicherheit unserer Völker ist, dann hören die Menschen auf der ganzen Welt zu.“

    Bush betonte, dass Deutschland wie zur Amtszeit seines Vaters ein „Partner in einer Führungsrolle“ sei. Dies sehe man im Atomkonflikt mit dem Iran, in dem Kanzlerin Angela Merkel stark gewesen sei.

    „Es ist sehr wichtig, dass die Iraner wissen, dass Deutschland mit anderen zusammenarbeitet, um eine klare Botschaft nach Teheran zu senden. Sie lautet: Das Streben nach einem Nuklearprogramm, nach Atomwaffen wird sie in der Welt isolieren“, wurde Bush zitiert.

    Verständnis für Nein der Deutschen zum Irak-Krieg

    Bush hat zudem Verständnis für die Weigerung Deutschlands gezeigt, am Irak-Krieg teilzunehmen.

    „Ich habe langsam erkannt, dass es in der Natur der deutschen Bevölkerung ist, dass sie Krieg verabscheuen“, sagte Bush der Bild am Sonntag. Die Deutschen von heute würden „einfach keinen Krieg“ mögen. Dafür habe er Verständnis. „Es gibt eine Generation von Menschen, deren Leben wegen eines schrecklichen Krieges völlig aus den Fugen geriet.“

     
    mehr zum Thema

    Atomstreit
    Bush: Kein Alleingang im Iran-Konfliktweiter
     
    Besuch im Juli
    Bush reist nach Deutschlandweiter
     

     

    Zudem sei ihm bei seiner Entscheidung für den Irak-Krieg bewusst gewesen, „dass nicht jeder mit mir übereinstimmen würde“. Bush betonte, er sei „dankbar für die Unterstützung der Bundesregierung - der heutigen und der vorherigen - bei der Hilfe für die Iraker, ihr Leben wieder aufzubauen“.

    Der US-Präsident zeigte sich überzeugt, dass sich der Feldzug noch als Erfolg herausstellen werde: „Oh ja, das wird absolut ein Erfolg! Zwölf Millionen Menschen, die unter einem brutalen Tyrannen gelebt haben, gehen jetzt wählen.“ Zudem sei gerade eine Regierung gebildet worden, an der Schiiten, Sunniten und Kurden beteiligt seien. Alle seien bereit, „Terroristen zu bekämpfen“ und die Milizen abzuschaffen.

    Bush und Merkel hatten sich am Mittwoch im Weißen Haus in Washington getroffen. Der US-Präsident will Mitte Juli zum dritten Mal Deutschland besuchen.

    (AP)

    ANZEIGE

    mehr ...


    Themen

    Weitere Artikel in Politik

    Leserkommentare (0)



    Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


    "Ich kann nur kurze Sätze": Franz Müntefering verlässt die Politik - zum Abschied haben wir seine besten Sprüche gesammelt.
    Das Magazin "Forbes" hat die mächtigsten Personen der Welt aufgelistet. Gut platziert: Ein Drogenboss und ein Terrorist.
    Was der Präsident sagt, ist mir egal - in Silvio Berlusconis Vita mangelt es nicht an Entgleisungen wie dieser. Ein Worst-of in Bildern.
    George W. Bush massiert Angela Merkel, Paul Wolfowitz trägt löchrige Socken und Sarah Palin weiß wenig von der Welt: Ein Vote in Bildern.

    ANZEIGE

    Anzeige: Die Seite 3 - Reportagen aus fünf Jahrzehnten
    Bilder aus der Politik
    Kritikern nannten ihn einen linken Scharfmacher, doch Oskar Lafontaine hatte noch viel vor. Nun bremst ihn ein Krebsleiden.
    Der US-Präsident auf Asien-Reise: Wie Obama um die Gunst der Chinesen wirbt.
    Van Rompuy und Ashton treffen auf breite Zustimmung. Das neue Führungsduo der EU geht mit vielen Vorschusslorbeeren an die Arbeit.
    Nach der dramatischen Wahlniederlage stellt sich die SPD neu auf: Wer neben dem Parteichef Sigmar Gabriel künftig das Sagen hat.
    Süddeutsche Zeitung Photo
    Armutsflüchtlinge aus Afrika
    Die EU erlebt seit Jahren an ihren südlichen Grenzen einen gewaltigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika. Zu tausenden und unter Einsatz ihres Lebens stürmen sie die Wohlstandsgrenze, getrieben von der vagen Hoffnung auf ein besseres Auskommen. Viele sterben auf dieser Reise und wer ans Ziel kommt, ist dort nicht willkommen. mehr...
    Politik transparent gemacht
    Über abgeordnetenwatch.de können Sie Ihre Bundestags-Abgeordneten vor Ort online befragen. Einfach Ihre Postleitzahl eingeben und los geht's! Suchen Sie nach bestimmten Themen oder Abstimmungen? Dann geben Sie einfach ein Schlagwort ein.

    Postleitzahl oder Schlagwort:

    Link auf abgeordnetenwatch.de