Koalition will konkrete Vorschläge sehen

    Schäubles Anti-Terror-Vorschläge

    17.07.2007, 9:13

    Geht es auch präziser? In der Diskussion um die neuen Anti-Terror-Vorschläge von Innenminister Schäuble wollen Justizministerin Zypries und Unions-Fraktionschef Kauder jetzt klare Entwürfe sehen.

    Wolfgang Schäuble

    Soll seine Anti-Terror-Vorschläge präzisieren: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Foto: ddp)

    Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu mehr Zurückhaltung in der Anti-Terror-Debatte aufgefordert. Sie fände es "schon schwierig", wenn ein Bundesinnenminister öffentlich über das gezielte Töten von Terroristen nachdenke, sagte die SPD-Politikerin der Neuen Presse. Schäubles Botschaft sei bei seinem jüngsten Vorstoß "unklar" gewesen.

    Besonders mit Forderungen nach Verfassungsänderungen sollte man zurückhaltend umgehen, mahnte die Ministerin. Sie halte es auch nicht für gut, wenn Schäuble einzelne Themen immer nur antippe, ohne Gesetzentwürfe vorzulegen.

    Zypries sagte, Deutschland sei insgesamt sehr gut gegen die Terrorgefahr gerüstet. Es gebe aber einige wenige Bereiche, für die man eine Anpassung des Instrumentariums prüfen müsse. "Der Staat muss selbstverständlich die Möglichkeit haben, sich schützend vor seine Bürger zu stellen, wenn Terroristen bei Anschlagsvorbereitungen modernste Kommunikationstechnologie nutzen", sagte Zypries.

    Beim Thema Online-Durchsuchungen sei aber völlig ungeklärt, wie die relevanten Inhalte von der Festplatte gezogen werden können, ohne gleichzeitig in ebenfalls dort abgelegten Liebesbriefen zu stöbern.

    Dem Koalitionspartner CDU/CSU hielt Zypries vor, das Thema Innere Sicherheit zu instrumentalisieren. "Es geht der Union offensichtlich darum, sich für den Fall eines Terroranschlags abzusichern, um dann mit dem Finger auf die SPD zeigen zu können. Das ist eine Form der Unernsthaftigkeit, die ich nicht gutheißen kann", sagte die Ministerin.

    Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, sagte der Badischen Zeitung, er rechne bis Ende August mit Gesetzesentwürfen Schäubles, die die Diskussion gerade beim Thema Online-Durchsuchungen versachlichen würden. An die Adresse des Koalitionspartners SPD gerichtet, die Schäuble seit Tagen heftig kritisiert, mahnte Kauder: "Wir sollten in der Koalition schon sorgfältig miteinander umgehen. Schließlich wollen wir das Land gut regieren und haben noch viel miteinander vor."

    (AP)

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    Leserkommentare (22)

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    11.09.2007 15:10:13

    ub00t: Schäuble überholt weit rechts....

    Wie lange lassen sich mündige BürgerInnen noch verar.....? Ein schwer voreingenommener Innenminister (dem selbst ein Haufen Leibwaechter nicht wirklich helfen konnten) dreht an der "gläsernen Bürger-Schraube", hat jedes Augenmaß verloren, diese Art von überwachung waere - Gott behüte - ein ideales Instrument fuer zukünftige, tja, Diktaturen......

    Statt in diese Art der überwachung (cookies etc) sollte man in Ausbildung der Jugend investieren (ein wirkliches Sicherheits-Risiko - meiner unmaßgeblichen Meinung nach..), denn NoFutureKids ohne Perspektive SIND ein Sicherheits-Risiko.

    Und abschließend noch ein Satz, der mich ins rechte Eck rückt (faelschlicherweise, ich halte mich fuer liberal) aber bei Zuwanderung hat mann/frau in der Legislative jedes Augenmaß verloren, wer braucht ungelernte Anatolier + 12 koepfiger Familie? Der Steuerzahler ungefaehr so wie schwere Migraene.......

    oskar

    PS: noch einige Vorschlaege fuer den Herrn IM: selbst der duemmste Terrorist wird vielleicht wieder die Post (Briefe) benutzen, also kippen wir einfach das Postgeheimnis? Oder Boten, nehmen wir also alle zB. Fahrrad-Boten in Vorbeugehaft?


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