In Dresden bricht der Damm

    Elbe-Hochwasser

    01.04.2006, 15:31

    Hunderte Sachsen müssen ihre Wohnungen verlassen. Doch viele weigern sich, aus Angst vor Plünderungen. Erst am Montag soll der Höchsstand erreicht werden.

    Dresden, AP

    Helfer in Dresden versuchen verzweifelt, den Damm dicht zu halten. (Foto: AP)

    Die Lage in den Hochwassergebieten der Elbe spitzt sich immer mehr zu. Der Katastrophenalarm wurde um Meißen und Heidenau auf jetzt insgesamt acht Städte ausgedehnt. Mehr als 1.300 Menschen wurden zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgerufen.

    In Dresden wurde der Uferdamm am Samstag an drei Stellen überspült. Etwa 300 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen bei Bekannten oder Verwandten unter. 19 Familien weigerten sich und blieben - zum Teil aus Angst vor Plünderungen. Auch im Stadtteil Laubegast und in Zschieren wurden Evakuierungen angeordnet.

    Die Dresdner Polizei verwies auf den freiwilligen Charakter der Evakuierungen. Niemand werde zum Verlassen der Häuser gezwungen. Gleichwohl würden die Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass die Hilfskräfte handeln müssten, wenn Gefahr für Leib und Leben bestehe, sagte ein Polizeisprecher.

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    Milbradt: "Keine Katastrophe wie 2002"

    Die Höchststände der Elbe werden nunmehr erst am Montag und nicht wie bislang vorhergesagt am Sonntag eintreten, teilte das Landeshochwasserzentrum mit. Der Grund sind starke Regenfälle im Einzugsgebiet der Moldau in Tschechien. Für den Pegel in Dresden werden aber weiter nicht mehr als 8 Meter erwartet. Dort wurden am Samstagmittag 7,29 Meter gemessen, normal sind 2 Meter. Bei der Jahrhundertflut 2002 waren es 9,40 Meter.

    „Wir haben keine Katastrophe wie im August 2002, die Schäden sind nicht vergleichbar und wir sind besser vorbereitet“, sagte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU). „Insgesamt ist die Lage beherrschbar.“

    In Pirna sind seit Freitagabend auch 75 Bundeswehrsoldaten eines Luftlandeunterstützungsbataillons im Einsatz. Sie wurden vom Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Weißwasser verlegt und füllten Sandsäcke auf. Aus der Innenstadt von Pirna wurden 40 Personen in Sicherheit gebracht. Bereits am Freitag mussten rund 1.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Wegen des Hochwassers wurden in den Katastrophengebieten Elbbrücken und zahlreiche Straßen gesperrt. Der Strom musste an vielen Stellen abgeschaltet werden.

    Es regnet weiter

    Trotz einer leichten Entspannung in den bayerischen Hochwassergebieten an Donau und Main wollte das Bayerische Landesamt für Umwelt am Samstag keine Entwarnung geben. Vor allem an Main, Naab und Regen würden die Pegelstände bis zum Sonntag nochmal ansteigen.

    Zudem soll es in den nächsten Tagen wieder regnen. In Passau wurden deshalb die Sandsackbarrieren zum Schutz der Altstadt nicht abgebaut.
    In vielen Orten waren die Hochwassermarken noch immer überschritten. Ackerflächen, Straßen und ufernahe Häuser standen unter Wasser. Heftige Regenfälle hatten in der Nacht zum Samstag vor allem in den Bergen Bäche anschwellen lassen.

    (dpa/AP/sueddeutsche.de)

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