Sein Schlager sind die Schläger

    Roland Koch

    14.01.2008, 14:53

    Eine Reportage von Christoph Schäfer, Wiesbaden

    Ein Tag im Leben des Wahlkämpfers Roland Koch: Auf seiner Bustour durch Hessen bedient er Parteifreunde, Manager, Bauern und Bürger. Sein größter Hit ist der Kampf gegen das Verbrechen.

    Roland Koch warnt vor dem "konzentrischen Angriff von drei linken Parteien" und vor gefährlichen Schlägern. (Foto: Reuters)

    Der Blick in den Himmel verheißt nichts Gutes: Dunkle Wolken ziehen über die hessische Landeshauptstadt. Ein kalter, unangenehmer Wind pfeift durch die Straßen. Es könnte jederzeit regnen.

    Drinnen in einer Lounge der Wiesbadener Brita-Arena geht es ebenfalls stürmisch zu: Roland Koch, der hessische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende, macht Lager-Wahlkampf. Mit lauter Stimme warnt er die Wiesbadener Christdemokraten vor dem "konzentrischen Angriff von drei linken Parteien“. Jetzt entscheide sich, "ob das bürgerliche Lager dagegen bestehen kann“.

    Eine Schicksalsfrage für Deutschland, darunter macht es Roland Koch derzeit nicht: Falls Hessen in die Hände einer linken Mehrheit gerate, sei das ein denkbar schlechtes Omen für die nächste Bundestagswahl - und eine Katastrophe für das Land. "Das darf keinesfalls passieren“, warnt er.

    Um seine Truppen zu sammeln, setzt der CDU-Politiker in Wahlkämpfen schon seit Jahren auf die Themen Verkehrspolitik, Bildung und - immer gerne genommen - die innere Sicherheit. Nirgends ist die Schnittmenge mit seinen Wählern größer, nirgends der Unterschied zu Rot-Grün deutlicher.

    Verkehrspolitik, das heißt für Koch: Autobahnen bauen, den Frankfurter Flughafen erweitern und Nordhessen zu einem führenden Umschlagplatz für Lkw-Ladungen machen. In der Bildungspolitik setzt er auf das dreigliedrige Schulsystem, eine achtjährige Gymnasialzeit, zentrale Abschlüsse und das Leistungsprinzip.

    Eigentlich eine trockene Materie, doch Roland Koch weiß, wie er sie für seine Wiesbadener Parteifreunde verständlich darstellen kann: "Die Sozialisten sitzen immer noch in den alten Schützengräben der Schulpolitik“, ruft er. Die SPD wolle "die Einheitsschule von der ersten bis zur zehnten Klasse einführen“, weil sie "an den Einheitsmenschen“ glaube. Für ihn aber stehe fest: "Man kann die Hauptschule abschaffen, aber nicht die Hauptschüler.“

    Lesen Sie weiter: Koch über Gewalt Jugendlicher im Allgemeinen und die von jungen Migranten im Besonderen.

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    Leserkommentare (146)



    18.01.2008 14:56:26

    ThinkSeifenkisterl: @ Donata1:

    Zitat: "Sie meinen also, wenn man nur eine ausgewiesenermassen abgelebte Helferindustrie noch weiter subventioniert, erledigt sich das Problem der in Rede stehenden Íntensivtäter von allein?"

    Soll ich Ihnen darauf antworten? Vielleicht halten Sie mich ja für blöd (da Sie das, was ich schreibe, nicht ernstnehmen) aber wach genug, den Hohn aus Ihren Zeilen herauszulesen bin ich noch.

    Es heißt "die Hoffnung stirbt zuletzt". In Ihnen scheint das bereits eingetreten zu sein. Wer aber nicht mal selber mehr Hoffnung aufbringen kann, dem wird auch schwerlich gelingen, um sich her ´was zum Guten zu wenden.

    Es mag Leute geben, denen nach gegenwärtigem Erkennisstand in der Tat nicht mehr geholfen werden kann, und die daher am Besten eingesperrt werden, um weitere Schäden zu verhindern.

    Sehr, sehr vielen kann aber geholfen werden. Auch kann die "Karriere zum Verbrecher" bei den Meisten (insbesondere den Kindern) durch sinnvolle Maßnahmen im Vorfeld vermieden werden.

    Wem das egal ist, dem brauche ich es nicht zu sagen. Aber ich werde es auch nicht akzeptieren, daß Leute, die selber "Finsterlinge" sind und somit selbst ein Problem haben, sich an den "Vogelfreien" sadistisch "abreagieren".


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