Alle Warnungen der internationalen Gemeinschaft blieben ungehört: Die iranische Führung soll laut der Wiener Atombehörde die vor zwei Monaten vom UN-Sicherheitsrat beschlossene Resolution 1737 missachtet haben. Die Versuche zur Uran-Anreicherung seien nicht eingestellt worden.
Dies geht aus einem Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA hervor, der dem Sicherheitsrat in New York übermittelt wurde.
In dem von IAEA-Chef Mohamed el-Baradei verfassten Dokument heisst es, Teheran wolle die Anreicherung von Uran nicht einstellen. Iran habe eine entsprechende Forderung des UN-Sicherheitsrats zurückgewiesen und setze die Anreicherung fort.
Dem Bericht zufolge wurden im Atomforschungszentrum Natans im Zentraliran inzwischen 300 Zentrifugen zur Urananreicherung installiert. Damit ist des Land allerdings noch weit von einer industriellen Uran-Produktion entfernt, die zum - von der Weltgemeinschaft befürchteten - Bau einer Atombombe notwendig wäre. Teheran hatte mehrfach erklärt, bis Mitte März würden 3000 Zentrifugen in Natans installiert sein.
Zuvor hatte die Internationale Gemeinschaft Teheran noch einmal massiv gedrängt, seine umstrittene Atompolitik aufzugeben und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, drückte die Hoffnung aus, dass es im Iran genügend Vernunft für die Erkenntnis gebe, dass auch „ein noch so ehrgeiziges Atomprogramm die Menschen nicht satt macht“.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich in Wien über die iranische Haltung im Atomstreit „tief besorgt“. Er forderte Teheran erneut auf, die Resolution des UN-Sicherheitsrats zu befolgen und die umstrittene Urananreicherung zu stoppen.
Der Sicherheitsrat hatte am 23. Dezember 2006 Sanktionen gegen den Iran verhängt und mit weiteren Maßnahmen gedroht, falls dieser seine Anreicherungsaktivitäten nicht einstellt. Dazu bedarf es aber einer neuen Resolution; militärische Maßnahmen schließt Artikel 41 aus. Offiziell war die Frist für den Bericht el-Baradeis bereits am Mittwoch abgelaufen.
Die iranische politische Führung hat in den vergangenen Tagen bekräftigt, dass es die Resolution auch weiterhin ignorieren werde. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass der Iran hoch angereichertes Uran produzieren und zum Bau von Atombomben missbrauchen könnte. Teheran hat dies stets bestritten und den ausschließlich friedlichen Charakter seines Atomprogramms bekräftigt.



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