US-Geheimdienste warnen vor Polit-Chaos

    Studie zum Klimawandel

    25.06.2008, 11:16

    Wissenschaftler warnen schon lange vor den Folgen des Klimawandels - ein aktueller Bericht der US-Geheimdienste bestätigt das düstere Szenario.

    dpaGrossbild

    Immer mehr Trockenperioden werden erwartet: Ein indischer Bauer begutachtet sein vertrocknetes Reisfeld während einer Dürreperiode (Foto: )

    Der weltweite Klimawandel führt wahrscheinlich zu verstärkter illegaler Einwanderung und zur Destabilisierung von Regierungen in politisch brisanten Gebieten. Das ist das Ergebnis eines Berichts der US-Geheimdienste, der am Mittwoch in Washington vorgestellt wird.

    Am größten sei die Gefahr für Länder südlich der Sahara, im Nahen und Mittleren Osten und in Südostasien, heißt es. Hier drohten extreme Wetterlagen, Dürren, Überschwemmungen und Hunger. Die Probleme in diesen Ländern hätten auch Auswirkungen auf die Sicherheit der Vereinigten Staaten.

    In Afrika, einer der gefährdeten Regionen, seien mehr Dürreperioden zu erwarten, was zu einer Halbierung der Ernten in den kommenden zwölf Jahren führen könne. Auch Teile von Südostasien seien anfällig für Dürren, aber auch für Überschwemmungen: Hier seinen Ernteeinbußen von etwas 10 Prozent zu erwarten.

    Bis zum Jahr 2020 könnten weltweit 50 Millionen Menschen mehr als heute von Hunger bedroht seien. Auch Wassermangel werde durch eine wachsende Bevölkerung zu einem immer größeren Problem, heißt es weiter. Zwischen 120 Millionen und 1,2 Milliarden Menschen in Asien liefen Gefahr, unter Wassermangel leiden zu müssen.

    Verantwortungslose Klimapolitik

    Unterdessen ruft der Küstenforscher Hans von Storch zur Vorbereitung auf Fluten und Dürren auf. Von Storch kritisiert eine weltweit mangelhafte Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels. Die derzeit breit diskutierte Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes reiche nicht, um sich gegen den Klimawandel zu wappnen, schreiben von Storch und der Soziologe Nico Stehr nach Informationen der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit in einem Manifest zum Klimaschutz.

    "Eine Klimapolitik, die sich der CO2-Vermeidung unter Missachtung jedes Anpassungsdrucks verschreibt, ist eine verantwortungslose Klimapolitik", kritisierten die Wissenschaftler. Dass noch immer kaum darüber gesprochen wird, wie wir im Alltag auf den Klimawandel reagieren können, führten die beiden Wissenschaftler vor allem auf das schlechte Image der Anpassung zurück: "In der öffentlichen Diskussion wird bis auf den heutigen Tag nur die Vermeidung als tugendhaft dargestellt, selbst wenn sie sich meist auf rein symbolisches Tun wie autofreie Sonntage beschränkt."

    Menschen in Entwicklungsländern, die besonders vom Klimawandel betroffen seien, seien aber auf konkrete Unterstützung etwa beim Bau von Flutschutzanlagen angewiesen. Von Storch ist einer der Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht.

    Unglaubliche Verschwendung von Naturkapital

    Zugleich kritisierte im Deutschlandradio Kultur der Gründer des Alternativen Nobelpreises, Jakob von Uexküll, "eine unglaubliche tägliche Verschwendung von Naturkapital" weil die Sonne nicht ausreichend als Energiequelle genutzt werde.

    "Wenn wir nicht jetzt radikal umsteuern, dann werden wir eine Erde bekommen mit plus fünf Grad mehr, plus sechs Grad mehr, die nur für einen Bruchteil ihrer Bevölkerung noch bewohnbar ist", mahnte von Uexküll. Der Gründer des Weltzukunftsrats warnte ebenfalls vor zunehmender Wasserknappheit als einer gravierenden Klimawandelfolge. "Wir können notfalls ohne Öl auskommen, aber ohne Wasser können wir nicht auskommen", betonte von Uexküll.

    (AP/dpa/segi)

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    Leserkommentare (25)



    26.06.2008 13:52:19

    Georges13437: Die Erde lacht uns aus!

    Für unsere Erde selbst gibt es keine Katastrophen.

    Katastrophen spielen sich nur in des Menschen Gehirnen ab.

    Jedes Geschehen auf dieser Erde ist Natur : Sturmfluten, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Klimaveränderungen. Der Mensch reagiert bewußt auf jeden Einschnitt der Natur betroffen, weil er glaubt die Erde wäre sein Untertan, welch ein fataler Irrglaube.

    Der Erde ist es so was von egal, ob wir Menschen überleben, oder Auto fahren können, den Ballermann anfliegen wollen, es bleibt immer nur des Menschen Wunsch und im ganzen Großen sekundär.

    MfG Georges 13437

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