Schon einmal hat der BND einen Austausch von Gefangenen zwischen radikalislamischer Hisbollah und Israel erreicht. Jetzt soll Deutschland erneut vermitteln. Dabei wird auch der Name Joschka Fischer genannt.
Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor, hat Deutschland und die Europäische Union aufgefordert, bei der Freilassung der entführten israelischen Soldaten zu helfen.
„Die Offiziellen aus Deutschland haben bereits eine konstruktive Rolle gespielt bei der Lösung von Geiselnahmen, bei einzelnen Vorfällen, wo Soldaten entführt wurden“, sagte Palmor im Morgenmagazin des ZDF. „Es ist jetzt die Zeit, wo die gleichen Funktionäre aus Deutschland wieder tätig werden könnten.“
Palmor meint damit offenbar den Bundesnachrichtendienst (BND). Anfang 2004 hatten BND-Mitarbeiter hinter den Kulissen den größten von Deutschen vermittelten Gefangenenaustausch im Nahostkonflikt eingefädelt und sich damit weltweit hohes Ansehen verschafft.
Im Morgengrauen des 29. Januar fand auf dem Militärflughafen Köln-Bonn ein Ringtausch statt, der sich an mehreren Grenzen Israels fortsetzte und die Freilassung von insgesamt 436 Gefangenen und die Übergabe von mehr als 60 Toten brachte.
Es war eine logistische und taktische Meisterleistung nach unendlicher Kleinarbeit und Mühe. Ob der BND am Rande des gegenwärtigen Infernos im Libanon und im Gazastreifen wieder als Unterhändler zwischen Israelis, Palästinensern und Hisbollah tätig ist oder wird, bleibt unklar. Ein Sprecher machte dazu am Dienstag unter Verweis auf die Sensibilität der Lage keine Angaben.
»Dass wir noch nicht zum Erfolg gekommen sind, heißt ja nicht, dass sie (die diplomatischen Bemühungen) überflüssig sind«
Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte zu dem Stand der diplomatischen Bemühungen der Bundesregierung: „Dass wir noch nicht zum Erfolg gekommen sind, heißt ja nicht, dass sie (die diplomatischen Bemühungen) überflüssig sind. Wir versuchen, das zu tun, was möglich ist.“
Seit Beginn der 90er Jahre ist die Bundesregierung humanitär im Nahen Osten engagiert. Einen ersten Teilerfolg gab es bereits Weihnachten 1999, als fünf gefangene Libanesen über Deutschland in den Libanon ausreisen konnten. Mitarbeiter des BND waren „im Pendelverkehr als ehrliche Makler beider Seiten“ erfolgreich eingesetzt worden, wie es hieß.
Die Tatsache, dass der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit seinen Freund Joschka Fischer jetzt wieder als möglichen Nahost-Vermittler in Spiel bringt, ist vermutlich den Erinnerungen an die damalige diplomatische Aufbruchstimmung geschuldet.
Fischer hatte als Außenminister 2002 und 2003 eine faktische Vermittlerrolle im Nahen Osten, und er wurde Ehrendoktor der Universität Haifa - der Stadt, die jetzt im Feuer der Katjuscha-Raketen der Hisbollah liegt.

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