Je besser die Bildung, desto leichter die Integration. So lautet das zentrale Ergebnis des Integrations-Symposiums in Berlin. Eine Reihe von Initiativen soll die Lage bessern.

Angela Merkel

Fordert bessere Bildungsmöglichkeiten für Migranten: Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in den schlechten Bildungschancen für Ausländerkinder eine Schwäche des deutschen Schulsystems. Die Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg sei in Deutschland zu hoch, kritisierte Merkel am Dienstag bei einer Konferenz zu Integration und Bildung in Berlin. "Diese Abhängigkeit muss durchbrochen werden."

Auf dem Kongress verabredeten die wichtigsten deutschen Stiftungen, ihr Bildungsengagement für Migrantenkinder künftig zu bündeln und besser abzustimmen. Mit öffentlich-privaten Partnerschaften sollen Bildungshilfen für Migrantenkinder gefördert werden.

Die Kanzlerin sprach sich für einheitliche Bildungsstandards in den
Schulen aus. Das Bekenntnis der Kultusministerkonferenz (KMK) hierzu
sei ein "Schritt in die richtige Richtung". Gleichzeitig betonte sie, dass Deutschland "auf kein einziges Talent verzichten“ könne und daher alle Kinder "die gleichen Chancen auf Bildung, Schule, Hochschule und Beruf haben" müssten. Um Schulabbruch zu verhindern, sei auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat und privaten Stiftungen nötig.

Bundesausländerbeauftragte Maria Böhmer (CDU) erklärte, Deutschland könne von anderen Ländern lernen, dass Sprachförderung für Migranten schon im Kindergarten beginnen müsse. Wenn Bildung in Deutschland immer noch von der sozialen Herkunft geprägt sei, müssten aber auch die Eltern gestärkt werden. Die CDU-Politikerin plädierte dafür, ein Netz von Bildungspatenschaften in Deutschland aufzubauen.

Auch eine Studie vom Institut SINUS-Sociovision über Lebenswelten und Rollenbilder von Migranten in Deutschland betont den Wert einer guten Ausbildung: Demnach gelint Einwanderern die Integration in die Mehrheitsgesellschaft umso besser, je höher ihr Bildungsstand ist.

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Alltagskultur von Migranten stärker durch ihr soziales Milieu geprägt wird als durch Religion oder ethnische Herkunft und dass bei Migranten mit guter Bildung die Gleichberechtigung der Geschlechter fest verankert ist.

(dpa/AP/sueddeutsche.de)