Indien gelang ein Schlag gegen die Piraten vor Somalia. Auch die Bundeswehr verhinderte einen Angriff. Künftig soll sie die Piratenboote versenken dürfen.
Jagd auf Piraten: Die indische Marine konnte 23 Seeräuber festnehmen. Foto: AFP
Die indische Marine hat im Golf von Aden am Samstag einen Piratenüberfall auf ein äthiopisches Handelsschiff verhindert. Nach einem Seegefecht seien 23 somalische und jemenitische Seeräuber gefangen genommen worden, berichtete die indische Nachrichtenagentur IANS unter Berufung auf die Marine.
Die Seeräuber hatten versucht, die MV Jibe 160 Seemeilen östlich von Aden von zwei Schnellbooten aus zu kapern. Auf einen Notruf hin habe das Kriegsschiff INS Mysore sofort Kampfhubschrauber entsandt und habe Kurs auf das in Bedrängnis geratene Boot genommen, sagte ein Marinesprecher.
Nach dem Gefecht hätten die indischen Eliteeinheiten an Bord der beiden Piratenschiffe zudem Maschinengewehre, einen Granatwerfer sowie weitere Waffen und Munition sichergestellt. Die Piraten würden an Bord des Kriegsschiffs festgehalten, bis klar sei, was weiter mit ihnen geschehen solle.
Die deutsche Fregatte Mecklenburg-Vorpommern hat unterdessen am Samstag vor der Küste des Jemen einen Piratenangriff auf einen äthiopischen Frachter unterbunden. Das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte eine entsprechende Meldung der Bild am Sonntag. Die Fregatte habe einen Hilferuf von dem Frachter erhalten, dass Speedboote von Piraten im Begriff seien anzugreifen. Daraufhin sei der Bordhubschrauber des deutschen Kriegsschiffs gestartet. Als die Piraten den Hubschrauber sahen, seien sie abgedreht. Die Besatzung des angegriffenen Schiffs habe sich auch mit Bordwaffen gegen die Seeräuber gewehrt.
Für den Anti-Piraten-Einsatz vor der Küste Somalias soll die deutsche Marine demnächst mehr Vollmachten bekommen. Die Bundeswehr dürfe Piratenschiffe laut Einsatzregeln nicht nur abdrängen, sondern auch versenken, berichtet Der Spiegel unter Berufung auf eine Parlamentsvorlage.
Um gefangene Piraten vor "menschenunwürdiger oder entehrender Behandlung" an Bord deutscher Schiffe zu schützen, werden Militärpolizisten auf die Fregatten abkommandiert. Gefangene sollten "ständig durch mindestens einen Feldjäger und eine weitere Person beaufsichtigt werden".
Das Kabinett hatte am Mittwoch die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Piraten-Einsatz der EU vor Somalia beschlossen. Der Bundestag soll am kommenden Freitag über den Einsatz von bis zu 1400 Soldaten entscheiden.
Unterdessen hat sich US-Verteidigungsminister Robert Gates für Angriffe auf die Sammelpunkte somalischer Piraten an Land ausgesprochen. Dazu müssten die Verbündeten im Kampf gegen die Piraterie geheimdienstliche Informationen austauschen, sagte Gates am Samstag bei einem Besuch im Golfstaat Bahrain.
Wenn die genauen Stützpunkte bekannt seien, könnten dann gezielte Angriffe erfolgen. Bis dahin aber müssten die Schifffahrtsgesellschaften Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Dazu gehören laut Gates eine rapide Beschleunigung, wenn Piraten gesichtet werden, sowie das Einziehen der Schiffsleitern. Die US-Marine hat sich am Freitag skeptisch über etwaige Angriffe auf Piraten an Land geäußert.
Am Freitagabend haben somalische Piraten einen im Oktober entführten griechischen Chemietanker freigegeben, drei Beseatzungsmitglieder sind aber womöglich ums Leben gekommen. Die MT Action sei nicht mehr in der Hand von Piraten, erklärte Andrew Mwangura, der die kenianische Abteilung des ostafrikanischen Seefahrer-Hilfsprogramms leitet. "Ich fürchte, drei Besatzungsmitglieder starben unter fragwürdigen Umständen", fügte er hinzu, machte aber keine weiteren Angaben. Er äußerte sich auch nicht zu möglichen Lösegeldzahlungen.
Somalische Piraten haben derzeit noch mindestens 14 ausländische Schiffe mit mehr als 300 Crewmitgliedern an Bord in ihrer Gewalt, darunter auch einen mit Waffen beladenen ukrainischen Frachter und den saudiarabischen Supertanker Sirius Star.




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