Teenager schmuggelte Zünder

    Vereitelte Anschläge

    06.10.2007, 12:31

    Ein Jugendlicher aus Niedersachsen soll Militärzünder für die drei im Sauerland verhafteten Islamisten aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben. Die Detonatoren waren in den Schuhabsätzen versteckt.

    Jugendlicher soll Zünder für mutmaßliche Terroristen geschmuggelt haben.

    Mutmaßliche Terroristen: Die Zünder für die Bomben der drei verhafteten Islamisten kamen aus der Türkei. (Foto: dpa)

    Ein junger Deutsch-Tunesier aus Wolfsburg soll für die im September im Sauerland verhafteten mutmaßlichen Terroristen unwissentlich Zünder für Bomben aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben. Die Zünder seien in Schuhen versteckt gewesen, berichten übereinstimmend die Magazine Focus und Der Spiegel. Die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt wollten die Berichte am Samstag nicht kommentieren.

    In einer richterlichen Vernehmung habe der Jugendliche eingeräumt, die Schuhe von Istanbul nach Niedersachsen transportiert zu haben. Er sei in einer Istanbuler Moschee von einem Türken auf Deutsch angesprochen worden, schreibt Focus. Dieser habe ihn gebeten, eine Plastiktüte mit Herrenschuhen und einer Jeans nach Deutschland mitzunehmen. Dafür habe er 100 Euro erhalten.

    Von den versteckten Zündern habe er nichts gewusst, habe der Wolfsburger ausgesagt. Laut Focus ist der junge Mann 16 Jahr alt, laut Spiegel 15. Ermittler hätten die 26 militärischen Zünder bei der Festnahme der drei Terrorverdächtigen im Sauerland gefunden.

    Der junge Mann habe die Schuhe mit den Zündern Ende August in Braunschweig an den deutschen Konvertiten Fritz G. übergeben, einen der drei
    festgenommenen mutmaßlichen Islamisten. Dem Focus sagte er, mit der
    Sache habe er nichts zu tun: "Ich bin kein Terrorist.“ Der Teenager werde von der Bundesanwaltschaft als wichtigster Zeuge für die Verbindungen der Terrorverdächtigen in die Türkei geführt.

    Laut Spiegel wollten die drei Terrorverdächtigen offenbar gezielt Amerikaner töten aber zugleich darauf achten, dass möglichst wenige Frauen und Kinder unter den möglichen Opfern sind. Das gehe aus abgehörten Gesprächen hervor. Demnach sollten drei Autobomben mit je bis zu 250 Kilogramm Sprengstoff detonieren.

    Als mögliche Ziele hätten die Islamisten offenbar unter anderem die US-Basis Ramstein anvisiert. Supermärkte hätten die Verdächtigen hingegen verworfen,
    weil unter den potenziellen Opfern zu viele Frauen und Kinder gewesen wären.

    (dpa)

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    Leserkommentare (11)



    07.10.2007 21:03:12

    piquedame: Diese Wasserstoffperoxyd-Nummer

    erinnert mich auch immer mehr an Verlautbarungen aus dem Weißen Haus, das erstaunlicherweise noch steht, obwohl sich alle Balken gebogen haben.

    Hab irgendwie das Gefühl, dass nichts mehr hinterfragt wird. Alle Terroristen sind bei der Al-Qaida, Bin Laden sendet Video-Botschaften und die Hanseln ausm Sauerland wollen Ramstein und männliche Erwachsene in die Luft sprengen. Und jetzt noch die Story mit den Schuhen.

    Kein Hauch von Zweifel bei der SZ? Keine Fragen? Ich staune!


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