Die Kontroverse um den Einsatz privater Sicherheitsdienste im Irak hat sich verschärft. Premier al-Maliki forderte Washington auf, der Söldner-Firma Blackwater zu kündigen. Inzwischen gibt es zwei widersprüchliche Versionen zu dem blutigen Vorfall, der den Wirbel ausgelöst hatte.
Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki Foto: dpa
Nuri al-Maliki ließ keinen Zweifel daran, was er von Blackwater hält: Mit Blick auf den blutigen Vorfall vom Sonntag warf der irakische Premier der US-Sicherheitsfirma "kaltblutigen Mord" vor.
Die Angaben von Blackwater zur Schießerei am Sonntag, bei der angeblich bis zu 20 Menschen getötet wurden, seien falsch. Er forderte die US-Diplomaten auf, andere Sicherheitsdienste in Anspruch zu nehmen. Solche Zustände würden nicht toleriert, sagte Nuri al-Maliki in Bagdad.
Al-Maliki forderte die US-Regierung auf, Blackwater zu kündigen. "Dieses Verbrechen hat bei Regierung und Bevölkerung sehr viel Abneigung gegen Blackwater hervorgerufen", sagte Maliki.
Es handele sich bereits um den siebten Vorfall dieser Art, seit Blackwater seine Lizenz vom Innenministerium bekommen habe. In ihrem eigenen Interesse sollten die Amerikaner eine andere Firma für ihre Sicherheit engagieren.
Kurz zuvor hatten sich Vertreter beider Seiten zu einer Krisensitzung zusammengefunden. Der irakische Regierungssprecher Ali el-Dabbagh hatte versichert: "Die Aussetzung der Blackwater-Lizenz hat nichts mit der Regierung der USA zu tun. Es ist ein technisches Problem und wir müssen mit den Amerikanern reden, um zu sehen, wie wir es lösen können".
Blackwater erklärte inzwischen den Vorfall mit Notwehr: Ihre Mitarbeiter hätten auf Aufständische geschossen, weil diese amerikanische Diplomaten bedroht hätten.
Die irakischen Behörden widersprachen - und lieferten eine detaillierte Version des Zwischenfalls. Laut New York Times erläuterte Regierungssprecher Dabbagh einen Bericht des Innenministeriums. Demnach habe an dem belebten Platz, an dem sich der Vorfall ereignete, ein Polizist versucht, den Verkehr aufzuhalten, um dem Konvoi freie Fahrt zu ermöglichen.
Ein Auto, in dem sich ein Ehepaar und ihr Kind befanden, hielt jedoch nicht an. Daraufhin hätten die Sicherheitsleute von Blackwater das Feuer eröffnet. Die Familie wurde den Angaben zufolge dabei getötet, ein später entstandenes Video soll die verbrannten Leichen zeigen.
Weiter hieß es in dem Bericht, auch aus einem Hubschrauber von Blackwater sei geschossen worden. Die Firma hatte das bestritten. Das Innenministerium ging außerdem von 20 Getöteten aus. Zuvor war von mindestens elf Opfern die Rede.
Angesichts der Kontroverse setzte die US-Botschaft in Bagdad ihre Konvois außerhalb der Grünen Zone bis auf weiteres aus. Zunächst müssten die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen bei Reisen von Diplomaten überprüft werden, erklärte die Botschaft am Dienstagabend nach einer Mitteilung aus dem Außenministerium in Washington.











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